Männlicher Nachwuchs Schon im Mutterleib gestresst
Sind Männer von Natur aus anfälliger für Stress? Einen Beleg für diese Annahme wollen jetzt Forscher der britischen University of Cambridge gefunden haben. Ihre Studie an Lämmern deutet den Wissenschaftlern zufolge darauf hin, dass die Geschlechter möglicherweise schon im Mutterleib unterschiedlich auf psychische Belastung reagieren.
Dino Giussani und seine Kollegen hatten den Hormonspiegel von ungeborenen Schafen untersucht. Dabei entdeckten sie, dass männliche Tiere im Vergleich zu ihren weiblichen Artgenossen im Schnitt die doppelte Menge des Stresshormons Cortisol produzierten. Während der Unterschied zwischen den Geschlechtern erheblich war, gab es zwischen den Werten der männlichen Lämmer nur geringe Abweichungen.
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Die Forscher glauben, dass sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. Schon lange weiß man, dass Männer und Frauen unterschiedlich auf Stress reagieren, so Giussani. "Bislang hat man das auf äußere Umstände zurückgeführt", zitierte "BBC News Online" den Forscher. "Wir haben jedoch gezeigt, dass diese Unterschiede zwischen Männern und Frauen möglicherweise von Geburt an vorbestimmt sind."
Die Ergebnisse könnten Giussani zufolge für klinische Behandlungen bedeutsam sein, aber auch für die Landwirtschaft. Zusammen mit seinen Kollegen will der Forscher, der seine Arbeit auf dem Jahrestreffen der Society for Endocrinology in London vorstellte, die These nun durch Untersuchungen von menschlichen Ungeborenen überprüfen.