Marburg-Erreger Killervirus breitet sich in Angola weiter aus
Seit Oktober wütet das Virus in Angola. Inzwischen wird der erste Fall aus einer weiteren Provinz im Norden des Landes gemeldet, einer Region namens Kuanza Sul. Damit sind in sechs Provinzen Marburg-Fälle beobachtet worden.
Insgesamt berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 200 nachweislich Infizierten, von denen 173 bereits gestorben seien. Die Todesrate ist damit nach WHO-Angaben ungewöhnlich hoch. Die meisten Todesopfer waren noch keine fünf Jahre alt.
Inzwischen arbeitet ein internationales Team von Wissenschaftlern daran, den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen. Ein mobiles Labor ist in der am schlimmsten betroffenen Region Uige eingerichtet worden, in der Hauptstadt Luanda soll bald ein zweites entstehen, so die WHO. Forscher aus Deutschland, Kanada, Südafrika und den USA arbeiten zusammen, um Blutproben zu analysieren. Aus Deutschland sind Wissenschaflter vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und dem Institut für Virologie in Marburg an den Bemühungen beteiligt.
Das Marburg-Virus löst ähnlich wie Ebola oder das Dengue-Fieber stark erhöhte Körpertemperatur sowie Blutsturz und Erbrechen aus. Die örtlichen Behörden befürchteten zunächst, es könne sich bei dem aktuellen Ausbruch um das noch gefährlichere Ebola-Virus handeln.
Gegen die Erkrankung existiert keine Impfung oder Behandlung. Sie verläuft häufig tödlich, innerhalb von drei bis sieben Tagen nach dem Auftreten erster Symptome. Das Infektionsrisiko steigt durch engen Kontakt mit Infizierten, besonders mit Körperflüssigkeiten. Die Krankheit habe deshalb "epidemisches Potenzial", so die WHO.
Der erste Ausbruch, der dem Virus seinen Namen gab, ereignete sich 1967 unter Laborangestellten in Marburg, Frankfurt und Belgrad. 31 Menschen erkrankten damals, sieben starben. Das Virus war offenbar durch den Kontakt mit infizierten Affen aus Uganda übertragen worden.
Zwischen 1998 und 2000 ereignete sich in der Demokratischen Republik Kongo der letzte größere Ausbruch. 149 Menschen steckten sich damals an, 123 starben.