Medizin Herzinfarkt-Gen entdeckt
Das Protein Galectin-2 spielt möglicherweise eine wichtige Rolle bei den gefürchteten Herzinfarkten. Wer einen Defekt in dem Gen hat, das die Produktion von Galectin-2 steuert, bekommt mit größerer Wahrscheinlichkeit einen Infarkt, berichtet eine japanische Forschergruppe um Toshihiro Tanaka im Wissenschaftsmagazin "Nature".
Herzinfarkte gehören zu den häufigsten Todesursachen. In Deutschland zählen Ärzte jährlich knapp 300.000 Infarkte, etwa 80.000 davon verlaufen tödlich. Infarkte treten auf, wenn das Herzmuskelgewebe wegen mangelnder Durchblutung abstirbt.
Auslöser sind unter anderem Entzündungen oder Ablagerungen in den Blutgefäßen des Herzens. Bei derartigen Störungen werden verschiedene Moleküle freigesetzt, so auch das so genannte Lymphotoxin-alpha (LTA).
Nach Erkenntnissen der Wissenschaftler vom Institute of Physical and Chemical Research (Riken) in Tokio verbinden sich Galectin-2 und LTA miteinander. Wenn sich aufgrund eines defekten Gens die Galectin-2-Menge ändert, dann beeinflusst dies auch das LTA-Protein und damit die Entzündung im Herzmuskel. Obwohl der genaue Mechanismus des Zusammenspiels der Proteine noch nicht verstanden ist, glauben die Forscher, dass Galectin-2 ein Risikofaktor für Herzinfarkte ist.
Tanaka und seine Kollegen hatten die Daten von insgesamt 2638 japanischen Infarktpatienten mit einer Kontrollgruppe von 2499 Menschen ohne solche Erkrankung verglichen. "Eine verringerte Galactin-2-Ausschüttung könnte vor Infarkten schützen", erklärte Tanaka. Medikamente, die die Proteinmenge senken, könnten nach seiner Aussage zu Prävention und Therapie eingesetzt werden.
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