Meteorsturm: Die Leoniden sind im Anflug - DER SPIEGEL
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Meteorsturm Die Leoniden sind im Anflug

Den heftigsten Meteoritenhagel seit Jahren erwartet die Nasa für das kommende Wochenende. Doch schon in den nächsten Nächten könnten sich die Leoniden bemerkbar machen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Leoniden kommen: Pünktlich mit dem ersten Kälteeinbruch taucht auch der wohl berühmteste Meteorstrom wieder auf. In diesem Jahr jedoch könnte das Himmelsschauspiel, das am nächsten Wochenende seinen Höhepunkt erreicht, besonders eindrucksvoll ausfallen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa rechnet mit dem heftigsten Meteorregen über Nordamerika seit 35 Jahren.

In Europa, wo zurzeit des Leonidenmaximums Tag ist, sind die Aussichten dagegen weniger gut. Dennoch werden nach Angaben der Fachgruppe Meteore der Vereinigung der Sternenfreunde am frühen Sonntag- und Montagmorgen bis zu 200 Sternschnuppen pro Stunde erwartet. Zudem machen sich die Leoniden bereits ab Mittwoch für rund eine Woche am Himmel bemerkbar, wie der Stuttgarter Astronomie-Professor Hans-Ulrich Keller erklärt.

Das wahre Spektakel bleibt jedoch Beobachtern in anderen Teilen der Welt vorbehalten. In Nordamerika sollen bei guter Sicht am Sonntagmorgen bis zu 2000 Lichtblitze pro Stunde über den Himmel huschen. Über Australien und Ostasien könnte einige Stunden später ein wahrer Meteorsturm hereinbrechen: Bis zu 6000 Sternschnuppen sollen dort stündlich zu sehen sein.

Der jährlich wiederkehrende Meteorschauer entsteht, wenn die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne Wolken mit sandkorn- bis erbsengroßen Bruchstücken durchquert, welche der Komet Temple-Tuttle wie eine Schleppe hinter sich her zieht. Einmal in 33 Jahren kommt der 1866 entdeckte Schweifstern der Sonne besonders nahe und wird von ihr teilweise aufgetaut. In den Jahren nach dieser Annäherung sind die Meteorschauer besonders stark, da die Erde viele Trümmerwolken passiert.

Die diesjährigen Sternschnuppen stammen aus mehreren Schweifteilen, die der Komet zwischen 1699 und 1866 abgestoßen hatte. Die Teilchen werden mit bis zu 250.000 Kilometern pro Stunde auf die Erdatmosphäre prallen. Vor den kosmischen Geschossen sind Menschen auf der Erde zwar durch die Lufthülle geschützt, in der die Kometenteilchen verglühen. Satelliten könnten bei einem Zusammenstoß aber beschädigt werden. Die Betreiber versuchen daher, die empfindlichen Geräte längs zum Meteoritenstrom zu drehen, um die Einschlagsgefahr zu verringern.