Nasa Die Entdeckung geht weiter
"Discovery", übersetzt Entdeckung, bedeutet in den Augen der Nasa: möglichst klein, möglichst weit, möglichst billig. Maximal 299 Millionen US-Dollar stehen in den kommenden Jahren für eine weitere Sparmission zur Verfügung, die sich an großen Vorbildern messen muss.
So entstammt der Mars Pathfinder, der im Juli 1997 auf dem roten Planeten landete und viele beeindruckende Bilder von dessen Oberfläche lieferte, dem Discovery-Programm. Auch bei der Near-Sonde, die im vergangenen Jahr als erster Satellit den Asteroiden Eros umkreiste, hatte die Nasa auf ein einfaches, möglichst billiges Design zurückgegriffen.
Wie die nächste Mission genau aussehen wird, darüber will die Weltraumbehörde erst in einem Jahr entscheiden. Doch schon jetzt hat die Weltraumbehörde drei Missionen vorgestellt, die sie in die engere Wahl ziehen wird:
- Im Rahmen der Kepler-Mission soll ein neues Weltraumteleskop entstehen, dessen Hauptaufgabe es sein wird, erdähnliche Planeten in unserer Galaxie zu finden. In vier Jahren können rund 100.000 Sterne ins Visier genommen und dabei bis zu 500 Planeten von der Größe der Erde und weitere 1000 von der Größe des Jupiters entdeckt werden. Die Kepler-Mission soll 286 Millionen Dollar kosten.
- INSIDE Jupiter (für Internal Structure and Internal Dynamical Evolution) nennt sich eine Mission, mit der die Prozesse in der Magnetosphäre und der Atmosphäre des Jupiters gemessen werden sollen. Die Sonde könnte hochauflösende Bilder des Magnet- und Schwerefeldes des Gasgiganten liefern. INSIDE Jupiter ist mit 296 Millionen Dollar veranschlagt.
- Am billigsten könnte die Dawn-Mission werden, die sich - wie schon Near - wieder auf die Jagd nach Asteroiden machen soll. Diesmal könnten Vesta und Ceres, zwei der größten Asteroiden des Sonnensystems, ins Visier einer Sonde geraten. Astronomen vermuten, dass sich Vesta und Ceres in zwei entfernten Winkeln des Sonnensystems entwickelt haben und daher unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Die Untersuchung beider Asteroiden mit identischen Instrumenten könnten neue Hinweise auf die Zustände im frühen Universum geben. Die Dawn-Mission soll 271 Millionen Dollar kosten.
Die drei Missionen wurden unter 26 Vorschlägen ausgewählt, weil sie über den "höchsten wissenschaftlichen Wert" verfügen. Die Projektverantwortlichen erhalten nun je 450.000 Dollar, um weitere Machbarkeitsstudien zu erstellen. Dabei dürfen, so die Weltraumbehörde, nicht nur die Kosten berücksichtigt werden. Auch die Bedeutung für die Ausbildung und die mögliche Beteiligung kleinerer Firmen sollten eine Rolle spielen.
Ende 2001 soll die Entscheidung getroffen werde, welche der drei Sonden tatsächlich ins All fliegen wird. Der Start ist für das Jahr 2005 oder das erste Halbjahr 2006 geplant.