Neue Bilder: Seen auf dem Mars - DER SPIEGEL
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Neue Bilder Seen auf dem Mars

Sensation oder Rechtfertigung für geplante Missionen? Die Nasa will auf dem Mars Spuren von Wasser entdeckt haben - zum wiederholten Mal.
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Neue Fotos der US-Weltraumbehörde Nasa zeigen den Mars von einer bislang unbekannten Seite: Demnach könnte der rote Planet einmal mit Seen überzogen gewesen sein. Überhaupt war seine geologische Beschaffenheit "weitaus dynamischer als bisher vermutet", leiten amerikanische Forscher aus Aufnahmen einer Kamera an Bord der Sonde Mars Global Surveyor ab.

Den Aufnahmen zufolge hat der Mars Sedimentgestein wie die Erde. "Einige der von der Mars Orbiter Kamera (MOC) aufgenommenen Fotos zeigen hunderte und hunderte gleich dicker Schichten, was ohne Wasser fast unmöglich ist", interpretiert der federführende Forscher Michael Malin das Ergebnis.

Falls es zu dieser Zeit Leben auf dem Mars gab, so könnten die Fossilien dieses längst vergangenen Lebens zwischen den Sedimentgesteinsschichten eingebettet sein, glauben die Wissenschaftler.

Auf der Erde ist solch ein Gestein in Gegenden zu finden, in denen es einmal Seen oder Flüsse gab. So ziehen die Forscher Parallelen zum Grand Canyon oder der Wüste Arizonas im Südwesten der USA - Gegenden in denen Forscher bereits reiche Fossilienfunde verzeichnen konnten.

Die in einigen Fällen mehrere Kilometer dicken Felsnasen auf dem Mars scheinen aus feinkörnigen, horizontal geschichteten Materialien zu bestehen - ein Kennzeichen von Sedimentgestein. Die Wissenschaftler konnten nach eigenen Angaben auf den MOC-Bildern drei Hauptarten von Felsnasen identifizieren: geschichtete Einheiten, massive Einheiten und dünne Mesa-Einheiten.

Wie der Name sagt, bestehen geschichtete Einheiten aus relativ dünnen Gesteinsbetten, einige davon nur wenige Meter dick, die in markanten Gruppen übereinander geschichtet sind. Massive Einheiten dagegen erscheinen als wuchtige Gesteinsschicht ohne klar definiertes horizontales Bett.

Über dem erodierten massiven oder geschichteten Sedimentgestein finden sich fast immer dünne Mesa-Einheiten mit Oberflächenbeschaffenheiten die glatt, genarbt oder mit Furchen und Rinnen versehen sind.

Theoretisch wäre auch denkbar, dass das Sedimentgestein durch Wind- oder vulkanische Aktivität entstand. Malin und sein Kollege Kenneth Edgett gehen jedoch davon aus, dass das Gestein vor 4,3 bis 3,5 Millionen Jahren von Wasser gebildet wurde. Dies geschah möglicherweise in Seen, die sich innerhalb der Krater und Kluften bildeten, meinen Malin und Edgett.

Die neuen Entdeckungen, die eigentlich erst am Donnerstag im Wissenschaftsmagazin "Science" hätten veröffentlicht werden sollen, kommen für die Nasa zu einem günstigen Zeitpunkt. Bereits im kommenden Jahr soll sich die nächste Sonde zum roten Planeten aufmachen, und in den kommenden 15 Jahren will die Raumfahrtbehörde gar sechsmal zum Mars starten. Da trifft es sich gut, wenn Wasser oder mögliche Fossilien als Rechtfertigung herhalten können.

Entsprechend kritisch reagieren manche Wissenschaftler auf die jetzt veröffentlichten Ergebnisse. "Es ist nett, die Bilder zu sehen", sagt Alan H. Treiman, "aber sie sind keine dramatisch neue Offenbarung." Der Planetenforscher am Lunar and Planetary Institute im texanischen Houston geht davon aus, dass Vulkanismus oder Staubwolken die Formationen hervorgerufen haben. Treiman: "Auf jeden Fall sind die Bilder kein Beweis für einen warmen und feuchten Mars in früheren Jahren."