Parkinson Pestizid als Auslöser?
New York - Forscher der Emory-University im US-Staat Georgia zeigten in einem Tierversuch mit Ratten, dass die Parkinson-Krankheit möglicherweise durch Pestizide gefördert wird. Das weit verbreitete Insektenvernichtungsmittel Rotenone löste über längere Zeit und in niedriger Dosierung die typischen Symptome der Krankheit aus. Dazu gehören Zittern und steife, stark eingeschränkte Bewegungen.
In Deutschland ist Parkinson das am häufigsten vorkommende Nervenleiden im Alter. Etwa ein Prozent der Bevölkerung im Alter über 60 Jahren ist von der Krankheit betroffen. Forscher wissen seit Jahren von einem Erbrisiko für Parkinson. Keine Erklärung gab es jedoch für die anderen so genannten sporadischen Fälle der Erkrankung, die nach Erkenntnis einiger Wissenschaftler gehäuft in ländlichen Gebieten auftreten.
Ein Team um Timothy Greenamyre injizierte Ratten mehrere Wochen lang das als relativ harmlos eingestufte organische Pestizid Rotenone in niedrigen Dosen. Die Wissenschaftler hofften, dadurch das Phänomen der sporadischen Parkinson-Erkrankungen erklären zu können. Das Ergebnis stellen die Forscher in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift "Nature Neuroscience" vor.
Im Verlauf einer Gabe des Pestizids Rotenone beobachteten Greenamyre und Kollegen bei Ratten einen graduellen Verfall von Dopamin-produzierenden Hirnzellen. Außerdem entwickelten die Tiere mikroskopische Eiweißablagerungen im Mittelhirn, ähnlich den so genannten Lewy-Körpern, die bei Parkinson-Patienten zu finden sind. Forscher vermuten, dass das Pestizid die Produktion von so genannten freien Radikalen anregt, die durch Oxidation Schäden an Zellen verursachen und als Auslöser einer Reihe degenerativer Krankheiten verdächtigt werden.
Rotenone ist nach dem Bericht der US-Forscher ein Pestizid, das auch Fische tötet und zur Regulierung des Fischbestands von Gewässern eingesetzt wird. Die Studie beweise nicht, dass Rotenone auch bei Menschen zu der Parkinson-Krankheit führt, sagt das Team.