Partnerwahl "Je größer, desto besser"
London - Größere Männer haben mehr Kinder als kleine Männer, und ein größerer Prozentsatz von ihnen ist verheiratet. Das berichtet eine polnisch-britische Arbeitsgruppe in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature". Für ihre Studie prüften Forscher der Universitäten Liverpool und Wroclaw (Breslau) die Daten von 4419 gesunden polnischen Männern zwischen 25 und 60 Jahren und sortierten diejenigen aus, die übermäßig groß oder klein waren. Bei der Auswertung der Daten der verbliebenen 3200 Kandidaten stellten die Wissenschaftler fest, dass kinderlose Männer im Schnitt drei Zentimeter kleiner sind als Väter von mindestens einem Kind.
"Wir zeigen, dass größere Männer in Bezug auf die Fortpflanzung mehr Erfolg haben als kleinere", schreiben die Wissenschaftler in ihrem Bericht. Das ließe darauf schließen, "dass Frauen sich ihre Partner nach der Größe auswählen." Ein weiteres Indiz dafür sehen die Forscher darin, dass die Junggesellen der Studie im Schnitt deutlich kleiner als Verheiratete waren. Diese Ergebnisse trafen nur nicht auf die Altersgruppe der über 60-Jährigen zu, was den Wissenschaftlern zufolge jedoch äußere Ursachen hat: In dieser Generation herrschte im heiratsfähigen Alter nach dem Krieg eine extreme Männerknappheit.
Auch andere Wissenschaftler kamen zu vergleichbaren Ergebnissen. Die Forscherin Joanna Scheib von der University of California in Davis etwa konnte ähnliche Vorlieben bei der Auswahl von Spendersamen für eine künstliche Befruchtung feststellen. Scheib zufolge wählten 35 Prozent der befragten Frauen größere Männer als Spender aus. In den USA und Kanada sei die Körpergröße ein wichtiges Auswahlkriterium: "Je größer, desto besser." Ob sich solche Ergebnisse allerdings auch auf andere Länder übertragen lassen, ist noch nicht klar. Zudem können sich kleine Männer damit trösten, dass die Körpergröße zwar ein Argument bei der Partnerwahl ist, aber beileibe nicht das einzige.