Patentiert Orgasmus auf Knopfdruck
Eigentlich sollte es eine ganz normale Behandlung gegen chronische Rückenschmerzen werden. Doch als der Mediziner Stuart Meloy seiner Patientin unter örtlicher Betäubung eine Elektrode in die Wirbelsäule einpflanzte, stöhnte die Frau auf einmal laut auf. Nicht aus Schmerz, sondern aus Lust.
Offensichtlich hatte Meloy, wie er selbst sagt, die korrekte Stelle verpasst. Zumindest für die Schmerztherapie. In anderer Hinsicht traf der Mediziner aber genau den richtigen Punkt. "Das müssen Sie meinem Mann beibringen", soll die Patientin gesagt haben. Meloy bestätigte damit einen Meldung des Wissenschaftsmagazin "New Scientist", das in seiner Samstagsausgabe über die "Orgasmus-Maschine" berichten will.
Meloys Zufallsfund ist bereits als Patent angemeldet. Jetzt soll der Hersteller des Rückenmarkstimulators dazu überredet werden, klinische Tests zu starten. Diese könnten noch in diesem Jahr beginnen. Nach Angaben des Mediziners hätten Kollegen bereits ähnliche Effekte vermelden können - auch bei Männern.
Das von der US-Firma Medtronic hergestellte Gerät wird normalerweise dazu benutzt, chronische Schmerzpatienten dauerhaft zu behandeln. Es hat ungefähr die Größe eines Herzschrittmachers und kann unter der Haut der Patienten eingepflanzt werden. Eine Elektrode soll dafür sorgen, dass bestimmte Nervenimpulse nicht das Gehirn erreichen, der Schmerz somit als weniger stark empfunden wird. Hierzu muss die Elektrode allerdings korrekt platziert werden.
Doch auch in seiner Funktion als "Orgasmus-Maschine" könnte das Gerät mehr sein als ein reines Lustobjekt, hofft der Mediziner. "Orgasmusstörungen sind ein sehr schwerwiegendes Problem", meint Meloy. In solchen Fällen, und nur dann, sollte die ferngesteuerte Lust zum Einsatz kommen.
Auch in einem weiteren Punkt könnte es, so der "New Scientist", Einschränkungen geben. Das freudige Gerät soll so programmiert werden, dass die Zahl der Orgasmen begrenzt bleibt. Auf welche Frequenz ist unklar. Meloy: "Ob einmal am Tag oder viermal in der Woche - ich will das nicht festlegen."