Peru: Der Friedhof der Inka-Mumien - DER SPIEGEL
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Peru Der Friedhof der Inka-Mumien

In den Armenvierteln der peruanischen Hauptstadt Lima sind Archäologen auf einen verborgenen Schatz gestoßen: Mehr als 2000 Mumien liegen auf einem Friedhof aus der Inka-Zeit begraben.
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Washington - Der Ausflug auf den präkolumbianischen Friedhof gleicht einer Reise in die Inka-Zeit: Am Rand einer Slumsiedlung in Lima entdeckten die Forscher 2200 Mumien und mehr als 50.000 Beigaben - vermutlich stammen sie aus den Jahren zwischen 1480 und 1535, berichtet die "National Geographic Deutschland". In dieser Zeit hatte das Inka-Reich die größte Ausdehnung. Das acht Hektar große Areal in Lima gilt nach Angaben der Zeitschrift als zweitgrößter je in Peru gefundener Inka-Friedhof und als größter, der aus einer einzigen Zeitperiode stammt.

Anhand der Ausgrabungen können die Forscher ein konkretes Bild des damaligen Lebens zeichnen. "Die Mumien haben angefangen, mit uns zu sprechen", erzählte Projektleiter Guillermo Cock, der mit Unterstützung der National Geographic Society und mit seinem 18-köpfigen Team seit 1999 an den Ausgrabungen arbeitet. "Sie haben uns einige faszinierende Geschichten erzählt." Auch der Historiker Johan Reinhard von der National Geographic Society ist begeistert: "Die Mumienbündel sind wie Zeitkapseln der Inka-Kultur."

So entdeckten die Archäologen beispielsweise die Mumie eines Adligen. Inmitten von 135 Kilogramm Baumwolle, Tongeschirr und Tierhäuten wurde er zusammen mit einem Baby beerdigt. Um sein Leben im Jenseits zu versüßen, hatten seine Verwandten ihm sogar Mais ins Grab gelegt - für "chicha", einem Getränk mit berauschender Wirkung.

Die große Zahl der Beisetzungen bietet nach Cocks Einschätzung eine einmalige Gelegenheit, um einige Rätsel aus der Inka-Zeit zu lösen. Doch obwohl möglicherweise noch einige hundert Mumien unter der Erde liegen, plant er zunächst keine weiteren Grabungen in Paruchuco: Über den noch unerforschten Teilen des Friedhofs liegen die Hütten der Slumbewohner.