Präzisionstechnik: Nano-Waage wiegt Viren - DER SPIEGEL
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Präzisionstechnik Nano-Waage wiegt Viren

Wie schwer ist eigentlich ein Virus? Amerikanische Forscher haben eine Miniatur-Waage gebaut und einen einzelnen Erreger darauf gelegt. Ergebnis: zehn Femtogramm. Das Nano-Instrument könnte eines Tages als Virendetektor dienen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Gewicht des Virus, der der bei Pockenschutzimpfungen zum Einsatz kommt, ist unvorstellbar klein. Zehn Femtogramm entsprechen dem Billionstel eines Reiskorns. Gebaut wurde die Präzisionswaage von einem Forscherteam um Rashid Bashir von der Purdue University in West Lafayette im US-Bundesstaat Indiana.

Die Waage besteht aus einem Miniatur-Sprungbrett, auf das das Virus gelegt wird. Das aus Silizium gefertigte Brett ist mit 30 Nanometern 2000-mal so dünn wie ein menschliches Haar. Es vibriert mit einer bestimmten Eigenfrequenz, die mit Hilfe eines Laserstrahls bestimmt werden kann. Sobald ein kleines Objekt auf der Siliziumzunge liegt, ändert sich die Vibrationsfrequenz. Aus der Änderung lässt sich das Gewicht des Objekts berechnen, schreibt Bashir im Fachmagazin "Applied Physics Letters".

Aus einer solchen Miniaturwaage wollen die Physiker einen Virusdetektor entwickeln. Sie planen, die Siliziumzunge mit Antikörpern zu benetzen, so dass eventuell vorhandene Viren eingefangen werden und haften bleiben. Derartige Waagen könnten auch die Reinheit der Luft in Krankenhäusern messen, sagte Bashir dem Online-Wissenschaftsdienst "Nature Science Update". Denkbar sei auch ein Einsatz bei der Suche nach Biowaffen.