Prüfungsvorbereitung Talkshows statt Büffeln
London - Kurz vor einer wichtigen Prüfung sollten Schüler und Studenten schnell noch einmal eine Talk-Show im Fernsehen einschalten. Das ist das Ergebnis einer Studie, die britische Wissenschaftler durchgeführt haben. Lernen in letzter Minute schade dagegen sehr, berichtet Kevin Warwick, Professor an der Reading University, im "Daily Telegraph".
Unter verschiedenen Tätigkeiten am Morgen kurz vor der Prüfung zeigte sich der beste Effekt, wenn sich die Schüler eine halbe Stunde lang eine Talkshow ansahen. Der Intelligenzquotient stieg danach um sechs Punkte.
An der Studie waren 200 Schüler und Schülerinnen im Alter von 18 und 19 Jahren beteiligt. Vor einer wichtigen Prüfung wurden sie jeweils darum gebeten, zehn verschiedene Dinge zu tun und fünf verschiedene Dinge zu essen oder zu trinken. Anschließend wurde der jeweilige Intelligenzquotient getestet.
Es stellte sich heraus, dass klassische Musik und Gespräche mit Freunden negative Auswirkungen haben. Auch von Orangensaft sei abzuraten, während gesalzene Erdnüsse zu empfehlen seien, meinen die Wissenschaftler. Auch eine anspruchsvolle BBC-Fernsehdokumentation steigerte den IQ nur um vier Punkte.
Am schlechtesten jedoch sei es, unmittelbar vor der Prüfung noch zu lesen oder etwas auswendig lernen zu wollen. "Fernsehen kurz vor einem Examen wärmt das Gehirn auf, ohne es zu sehr zu beanspruchen", meint Warwick. Ohne Zweifel, sagt er, könne allein von der Tatsache, ob man vorher noch eine Talkshow sehe oder kurz lese, eine ganze Note abhängen.
Als "überraschend" bezeichnet das Erziehungsministerium die Ergebnisse der Studie. Ein Sprecher warnte jedoch Schüler und Studenten davor, sich jetzt generell vor den Fernseher statt an den Schreibtisch zu setzen: "Ich fürchte, es gibt keine Alternative zu harter Arbeit, und zwar lange vor dem Prüfungstermin."