Psycho-Tricks Polizei soll Hooligans zahm lächeln
Drei Siege und ein Unentschieden in den vergangenen vier Partien: Sportlich haben sich die Kicker von der Insel schon fast qualifiziert für die Europameisterschaft 2004. Beckham & Co. könnten allerdings aus einem anderen Grund zu Hause bleiben müssen. Einige Fans befürchten, dass die Mannschaft vom Wettbewerb ausgeschlossen werden könnte, falls englische Hooligans in den noch ausstehenden Auswärtspartien wieder randalieren.
Das Verhalten der Fans bei den kommenden Begegnungen könnte auch davon abhängen, wie die Polizei ihnen begegnet, meinen Wissenschaftler der Liverpool University. "Wenn Fußballfans schon am Flughafen von Polizisten in Kampfanzügen empfangen werden, wird dies die Situation sicherlich nicht entschärfen", sagt Psychologe Clifford Stott. Einige der polizeilichen Taktiken könnten sogar die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass es zu gewalttätigen Zusammenstößen komme.
Polizisten sollen Fans mit einem Lächeln begrüßen
Deshalb sollten Polizisten in herkömmlichen Uniformen die reisenden Fans lieber in kleinen Gruppen mit ein paar freundlichen Worten begrüßen, sagt Stott. So könne gleich von Beginn an für eine bessere Atmosphäre gesorgt werden. Der Forscher führt derzeit auch eine Internet-Umfrage durch, in der Fußballfans die Qualität der Polizei-Arbeit in europäischen Ländern beurteilen können.
Schon bei der Fußballweltmeisterschaft in Japan und Korea im vergangenen Jahr konnten Ausschreitungen vermieden werden, da der Einsatz der Polizisten den "tatsächlichen Risiken" angepasst wurde. Wenn sich die englischen Fans ruhig verhielten, wurde auch die Präsenz der Polizisten verringert.
Die britischen Psychologen wollen nun auch die portugiesische Polizei bei den Sicherheitsplanungen für die Fußball-Europameisterschaft unterstützen - vorausgesetzt, das englische Team qualifiziert sich für den Wettkampf.