Psychologie: Ekel ist nicht gleich Ekel - DER SPIEGEL
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Psychologie Ekel ist nicht gleich Ekel

Langbeinige Spinnen und glitschige Regenwürmer werden von vielen Menschen als eklig empfunden. Spritzendes Blut und dicke Spritzen auch. Beide Ekelauslöser appellieren aber an ganz unterschiedliche Urängste des Menschen, meinen US-Psychologen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bisher gingen Forscher davon aus, dass der Ekel evolutionär als eine Begleitemotion des Würgereflexes entstanden ist, die dazu veranlasst, unverdauliche oder schädliche Nahrung wieder auszuspucken. Bunmi Olatunji und sein Team von der University of Arkansas meinen jetzt aber herausgefunden zu haben, dass es für Ekel zwei unterschiedliche Ursachen gibt.

Eine Ekelform wird demnach von Reizen ausgelöst, die vor gesundheitlichen Gefahren warnen. Dies können zum Beispiel verdorbenes Essen, Abfall oder aber auch kleine Krabbeltiere sein. Die andere Form nennt Olatunji "den Ekel, der den Menschen an seinen Ursprung im Tierreich erinnert". Dies führe zu Ekelgefühlen im Zusammenhang mit Tod oder Verletzungen. So sei auch die Abscheu vor Spritzen zu erklären.

Die Unterscheidung beider Ekelformen könne für die Behandlung von Phobien und Zwangsneurosen von Bedeutung sein, meinen die Forscher. Therapeuten müssten bei der Behandlung von Phobien noch genauer zwischen den möglichen Auslösern dieser Angstgefühle unterscheiden.