Raumfahrt: US-Raumfähre Endeavour gestartet - DER SPIEGEL
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Raumfahrt US-Raumfähre Endeavour gestartet

Mit fünfmonatiger Verspätung ist die US-Raumfähre Endeavour mit dem Deutschen Gerhard Thiele an Bord zu einer elftägigen Mission aufgebrochen.
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Cape Canaveral - Ziel des Fluges ist es, die Erde mit modernster Radartechnologie neu zu vermessen und eine dreidimensionale Karte vorzubereiten. Die Endeavour sollte bereits im September aufbrechen, der Start wurde aber immer wieder wegen technischer Probleme und Regen verschoben, zuletzt am 1. Februar.

Thieles Astronautenkollege Reinhold Ewald fieberte im deutschen Raumfahrtzentrum Oberpfaffenhofen schon Stunden vor dem Start der Endeavour. "Ich bin ganz besonders aufgeregt", sagte er Minuten vor dem Start. "Ich weiß ganz genau, wie es Gerhard Thiele jetzt zu Mute ist".

Für den gebürtigen Heidenheimer Thiele ist es der erste Flug ins All. Laut Planungen wird er während der elftägigen Mission jeden Tag eine Zwölf-Stunden-Schicht leisten. Mit Hilfe zweier Antennen soll er - abwechselnd mit seinem japanischen Kollegen Mamoru Mohri - so viele Daten sammeln, dass 80 Prozent der Landmassen zwischen Grönland, Südgeorgien und dem südlichen Polarkreis erfasst werden. Eine Antenne bleibt nach ESA-Angaben in der Ladebucht der Raumfähre. Die andere soll fünf Stunden nach dem Start von Thiele an einem ausfaltbaren Gittermast auf eine Entfernung von 60 Metern ausgefahren werden.

Falls es beim Ausfahren oder Einholen des Mastes Probleme geben sollte, kann Thiele der Planung zufolge auch zusammen mit seiner amerikanischen Kollegin Janice Voss in einer Außenbordaktion, freischwebend im All, die Antenne auseinander- oder zusammenklappen. Mit den beiden Antennen lassen sich gleichzeitig Aufnahmen eines Zielgebiets aus zwei verschiedenen Blickwinkeln machen. Aus der Kombination dieser beiden Aufnahmen können Wissenschaftler laut ESA dreidimensionale Karten anfertigen, die das Relief der Erdoberfläche mit hoher Auflösung wiedergeben. Ein entsprechender Atlas wird laut Kröll in etwa zwei Jahren der Wissenschaft und kommerziellen Nutzern zur Verfügung stehen. Die Informationen können laut ESA unter anderem genutzt werden für Hochwasserkontrollen, Vulkanüberwachungen, Erdbebenforschung, aber auch für Routenplaner, Mobilfunk, Landschaftsplanung und Wanderkarten.

Die Kosten der Mission betragen nach ESA-Informationen rund 800 Millionen Mark. Deutschland allein wendet demnach insgesamt 78 Millionen Mark auf.

Die "Endeavour" soll am 22. Februar um 22.38 Uhr wieder auf der Erde aufsetzen.