Roboter Plaudertaschen brauchen kein Hirn
Dieser Roboter ist immer für einen Plausch zu haben: Einem Menschen, der ihn anspricht, dreht er jovial den Kopf zu, und er ist selten um eine pfiffige Antwort verlegen. Der Runzelgreis, genannt Doc Beardsley, ist ein Geschöpf aus dem berühmten Roboterlabor der Carnegie Mellon University in Pittsburgh.
Der Alte glänzt als guter Unterhalter, aber er hat keinen Funken Grips. Die Forscher wollen herausfinden, wie wenig es braucht, um den Anschein von Menschlichkeit zu erzeugen. Doc Beardsley ist fürwahr ein geschickter Illusionist: Mikrofone und Kameras helfen ihm, den Sprecher zu orten und seine Augen zu suchen.
Eine simple Spracherkennungssoftware von der Stange lauscht auf Schlüsselwörter die passende Antwort fischt sich Doc aus seinem reichen Schatz von Sprüchen. Wenn er gar nichts findet, weicht er aus und macht auf senil. Dann knautschen ihm die Elektromotoren, die seinen faltigen Latexkopf bewegen, ein verlegenes Lächeln ins Gesicht.
Mit dieser Technik meistert der Automat sogar eine fingierte Gameshow auf dem Campus. Als Moderator bringt er dort regelmäßig die Besucher zum Lachen. Die Forscher finden ihre Theorie bestätigt: Der simpelste Roboter nimmt die Leute für sich ein, wenn er nur in ein stimmiges Schauspiel eingebunden ist.
Die Zukunft solcher Automaten sehen Beardsleys Schöpfer folglich eher auf Rummelplätzen und in den populären Kabinetten, wo heute noch Wachsfiguren stumm herumstehen. Die Nachfahren des greisen Doc könnten das Publikum in Gespräche verwickeln.