Schlankheitswahn "Miss America" zunehmend unterernährt
Washington D.C. - Das zumindest ergab eine Untersuchung von Wissenschaftlern der John Hopkins School of Public Health. Benjamin Caballero analysierte mit Kollegen Größe und Gewicht der Schönheitsköniginnen von 1922 bis 1999. Ergebnis: Der Body-Mass-Index (BMI), die Standardgröße zum Bestimmen des Ideal- beziehungsweise Normalgewichts, ist bei den Schönheitsköniginnen stark rückläufig. Der BMI ergibt sich aus dem Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Größe in Metern. Als normal gilt ein Wert zwischen 20 und 25.
Laut der in der Zeitschrift "Journal of the American Medical Association" veröffentlichten Studie besaß "Miss America" in den zwanziger Jahren einen BMI, der den heutigen Normalwerten entspricht. Im Verlauf der Jahrzehnte wurden jedoch zunehmend Frauen gekürt, deren BMI unterhalb dieser Größe in einem Bereich der Skala lag, die Unterernährung anzeigt. Eine Titelgewinnerin hatte sogar einen Body-Mass-Index von nur 16,9.
"Der zeitgenössische Schlankheitskult ist als ein wichtiger Faktor für die zunehmende Fälle von Essstörungen vor allem bei jungen Frauen erkannt worden", äußern sich die Wissenschaftler. "Der tatsächliche Einfluss von Schönheitswettbewerben auf das Essverhalten und den Lebensstil junger Frauen ist nicht ausreichend untersucht, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass sie einen starken, wenn auch indirekten, Effekt haben."