Schwalben Geselligkeit liegt in den Genen
Washington - Auf diese Erkenntnis stießen US-Forscher bei Beobachtungen an amerikanischen Klippenschwalben (Petrochelidon pyrrhonata) in Nebraska über einen Zeitraum von 17 Jahren. Diese Schwalben leben in Kolonien, zu der zwei bis 3700 Nester gehören.
Das Biologen-Paar Charles Brown und Mary Bomberger Brown von der University of Tulsa in Oklahoma beschreibt das Ergebnis in der aktuellen Ausgabe der "Proceedings of the National Academy of Sciences". Die Browns konnte nachzuweisen, dass Klippenschwalben ihre Jungen in Kolonien ausbrüten, deren Größe sie gut kannten.
So kehrten die Vögel immer wieder in eine Kolonie der Größenordnung zurück, die zuvor schon von ihren Eltern gewählt wurde. Dieses Muster traf selbst dann zu, wenn die Schwalben als Junge mit fünf Tagen aus ihrem eigenen Nest genommen und in eine fremde Kolonie gesteckt wurden. Mehr noch: Die ausgetauschten Schwalben meiden sogar Kolonien von jener Größe, in die sie als Junge gesteckt worden waren.
Durch die Länge und den Umfang ihrer Untersuchung meinen die Forscher ausschließen zu können, dass Umwelt- oder andere Faktoren auf die Wahl der Brutkolonie Einfluss hatten. Im Gegenteil. Die Browns sind überzeugt, mit ihrer Studie zum genetischen Ursprung geselligen Verhaltens Bahnbrechendes geleistet zu haben. Schließlich habe zuvor kaum jemand eine so komplexe Eigenschaft als Erbfaktor nachweisen können.