Sprachentwicklung Babys plappern mit den Händen
Bisher nahmen viele Wissenschaftler an, das Gebrabbel von Babys sei eher unmotivierter Natur. Die Kleinkinder plappern vor sich hin, ohne dass dies irgendeinen tieferen Sinn hätte. Andere Forscher wiederum vermuten, die Laute seien eine wichtige Vorstufe zur menschlichen Sprache. Diese Hypothese wurde nun durch eine Untersuchung der amerikanischen Wissenschaftlerin Laura Ann Petitto vom Dartmouth College, Hanover, New Hampshire, untermauert.
Petitto untersuchte in ihrer Studie, wie sich hörende Kinder tauber Eltern im Vergleich zu Kindern aus hörenden Familien entwickeln. Die Babys aus Elternhäusern, in denen nicht gesprochen wird, erleben in ihren ersten Lebensmonaten nur die Zeichensprache ihrer Eltern, berichtet die Wissenschaftlerin im Fachblatt "Nature". Die Forscherin zeichnete mit einem optischen System die Handbewegungen der Babys jeweils im Alter von sechs, zehn und zwölf Monaten auf.
-
1 Min
-
1 Min
-
2 Min
Dabei stellte Petitto bei den Kindern tauber Eltern zwei unterschiedliche Muster der Handbewegungen fest. Mal bewegten sie ihre Händchen schnell, ohne dass die Wissenschaftler in den Bewegungen einen sinnhaften Rhythmus feststellen konnten - ganz so wie die Kinder hörender Eltern.
Doch Babys, die mit Zeichensprache groß geworden sind, beherrschten noch eine zweite Art der Fingerfertigkeit. Sie bewegten ihre Hände mitunter deutlich langsamer und in einem Rhythmus, in dem Petitto Elemente aus der Zeichensprache der Erwachsenen wiedererkannte. Die Babys plappern mit den Händen. Dazu halten sie ihre Händchen so, dass ein Gegenüber das Spiel der Finger genau sehen kann.
Die Ergebnisse der Studie seien, so Petitto, ein Beweis dafür, dass es einen grundlegenden Rhythmus der menschlichen Sprache gebe, der bereits allen Menschen mit in die Wiege gelegt sei. Ob nun mit den Händen oder mit dem Mund - das Gebrabbel von Babys ist der erste Schritt in Richtung Kommunikation.