Steinzeit: Neandertaler scheiterte an einseitiger Ernährung - DER SPIEGEL
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Steinzeit Neandertaler scheiterte an einseitiger Ernährung

Warum triumphierten die Vorfahren des modernen Menschen über den Neandertaler? Weil sie mehr Fisch gegessen haben, glauben Archäologen.
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Die frühen modernen Menschen ergänzten ihren Speiseplan mit viel Fisch, während sich die zur selben Zeit in Europa lebenden Neandertaler meist auf das bei der Großwildjagd erbeutete Fleisch beschränkten. Die vielseitigere Ernährung des modernen Menschen könnte den Ausschlag im Überlebenskampf mit dem Neandertaler gegeben haben, glaubt ein Team von Archäologen um Erik Trinkaus von der Washington University.

Die Wissenschaftler hatten 20.000 bis 30.000 Jahre alte Knochenfunde aus Tschechien, Russland und Großbritannien analysiert. Aus der Konzentration bestimmter Isotope konnten sie auf die Ernährung schließen. Bis zu 50 Prozent des Eiweißes, das die frühen Menschen zu sich nahmen, stammte demnach von Fisch und Wasservögeln. Der vor etwa 30.000 Jahren ausgestorbene Neandertaler ernährte sich dagegen fast ausschließlich vom Fleisch größerer Beutetiere wie Rotwild, Rentiere und sogar Mammuts.

Diese Spezialisierung könnte den primitiveren Hominiden in Zeiten der Wildknappheit zum Verhängnis geworden sein, zumal eine eiweißreiche Ernährung wegen des kälteren Klimas im damaligen Europa überlebenswichtig war. Als vielseitigere Jäger waren die frühen Menschen dagegen nicht in diesem Maße auf Großwild angewiesen. Möglicherweise konnten sie sogar für schlechte Zeiten Vorräte von getrocknetem und gesalzenem Fisch anlegen, spekuliert das Team.

Die in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichte Studie stützt auch die Theorie, nach der fischreiche Kost dem frühen Menschen ein leistungsfähigeres Gehirn beschert haben soll. In Fisch, so argumentieren manche Wissenschaftler, ist eine bestimmte Fettsäure enthalten, die die Entwicklung des Gehirns und der Augen unserer Vorfahren vorangetrieben haben könnte.