Stichwort Mondfinsternis
Frankfurt/Main - Mondfinsternisse entstehen, wenn der Mond durch den Schatten der Erde wandert - wenn also die Erde zwischen dem Trabanten und der Sonne steht. Zwar dreht der Mond (gemessen an den Mondphasen) in knapp 30 Tagen eine Runde um die Erde, doch findet nicht während jeder Umkreisung eine Mondfinsternis statt: Die Mondumlaufbahn ist um mehr als 5 Grad geneigt gegenüber der Bahn, auf der sich die Erde um die Sonne bewegt.
Eine Mondfinsternis gibt es nur, wenn sich der Erdtrabant - als Vollmond - in der Nähe eines so genannten Bahnknotens befindet, eines Schnittpunkts beider Bahnen. Zu allen anderen Zeiten passiert er unterhalb oder oberhalb des Erdschattens. Kommt es zu einer Mondfinsternis, so ist diese überall dort zu verfolgen, wo der Mond zum besagten Zeitpunkt über dem Horizont steht. Die Beobachtungszone ist also weitaus größer als bei einer Sonnenfinsternis, auch dauert das Schauspiel wesentlich länger.
Eine totale Mondfinsternis entsteht, wenn der Mond ganz in den Kernschatten der Erde eintaucht. Bei einer partiellen Finsternis verbleibt ein Teil von ihm im Halbschatten. Bei der totalen Finsternis am Dienstag beginnt der Mond um 19.42 Uhr in den Kernschatten der Erde einzutreten. Die totale Phase dauert von 20.50 bis 21.52 Uhr.
Eine totale Mondfinsternis bedeutet allerdings nicht, dass der Erdtrabant überhaupt nicht mehr zu sehen wäre. Vielmehr zeigt er sich in rötlich-grauer bis purpurroter Farbe: Aufgrund der Brechungswirkung der Erdatmosphäre fällt nämlich langwelliges, also vor allem rotes Licht in den Kernschatten.
Der kupferrote Vollmond wird am Dienstagabend überall dort zu sehen sein, wo der Blick nach Südosten und Süden frei und der Himmel nicht von Wolken verhangen ist. Die nächste von Deutschland aus sichtbare totale Mondfinsternis findet erst wieder am 16. Mai 2003 statt.