Südamerika Quelle des Amazonas entdeckt
Ein internationales Expeditions-Team der US-amerikanischen National Geographic Society hat nach eigenen Angaben die Quelle des rund 6300 Kilometer langen Amazonas gefunden. Hoch in den peruanischen Anden wollen die Forscher dank ausgefeilter Satellitentechnik dem Ursprung des mächtigen Flusses auf die Spur gekommen sein - nur knapp 200 Kilometer von der Pazifikküste entfernt.
Demnach entspringt der Amazonas an einem Hang des am 5597 Meter hohen Nevado Mismi im Süden Perus. Der Andengipfel war bereits 1971 im Zuge einer ebenfalls von der National Geographic Society organisierten Expedition in den Verdacht geraten, Ursprung des Flusses zu sein. In den vergangenen Jahren hatten sich aber Hinweise verdichtet, dass die Quelle des Amazonas auf einem anderen Berg liegt.
Diese These ist nun vom Tisch, meint Expeditionsleiter Andrew Pietowski. Mehr noch: Durch die satellitengestützte Vermessung mit dem Global Positioning System (GPS) haben die Wissenschaftler erstmals eine genaue Karte vom Quellgebiet des Amazonas erhalten.
Die 23-köpfige Gruppe aus fünf Ländern hatte, so Pietowski, Temperaturen unterhalb von Minus 20 Grad Celsius, starke Winde, große Höhe und schweres Gelände zu bezwingen. "Trotz allem bin ich froh, so ein tolles Team aus Wissenschaftlern und Entdeckern geführt zu haben", sagt der New Yorker Mathelehrer.
Die Gruppe aus den USA, aus Polen, Peru, Kanada und Spanien war zu Fuß, mit dem Jeep, mit Pferden und sogar mit Fahrrädern unterwegs. Ihr Ziel: die fünf Flüsse Apurimac, Huallaga, Mantaro, Maranion und Urubamba-Vilcanota, die zusammen den Amazonas bilden.
Die Suche nach der Quelle des Amazonas ist zunächst eine Definitionssache. Für die Wissenschaftler waren dabei, so Andrew Johnson von der Smithsonian Institution, zwei Kriterien entscheidend: Zum einen wurde ein Punkt im Quellgebiet gesucht, der das ganze Jahr über Wasser führt; zum anderen wird die Quelle als der Ort definiert, von dem aus Wasser zumindest theoretisch noch den Atlantik erreichen kann.
Geograph Johnson, der für die GPS-Untersuchung zuständig war, ist sich seiner Ergebnisse sicher: "Der Nevado Mismi erfüllt beide Definitionen."