Südfrankreich Lebensgroße Cäsar-Büste gefunden
Paris - Bereits im vergangen September und Oktober hatten sich die Forscher der französischen Unterwasser-Archäologiebehörde (DRASSM) zum Tauchgang in der Rhône aufgemacht - und waren in der Nähe von Arles fündig geworden. Doch erst jetzt informierte das französische Kulturministerium die Öffentlichkeit.
Das wohl bedeutendste Stück ist eine lebensgroße Büste von Julius Cäsar. Sie ist aus Marmor gefertigt und zeigt den römischen Diktator in seinen letzten Lebensjahren, mit tiefen Furchen im Gesicht. Sie stammt nach Angaben der französischen Behörden aus dem Jahr 46 vor Christus. Damals hatte Cäsar an der Stelle von Arles die Militärkolonie Colonia Julia Paterna Arelate Sextanorum gegründet, um dort die Veteranen seiner sechsten Legion anzusiedeln.
Entdeckt wurde außerdem eine 1,80 Meter hohe Neptun-Statue, die ebenfalls aus Marmor gefertigt wurde. Sie soll aus dem dritten Jahrhundert nach Christus sein. Zudem holten die Wissenschaftler zwei kleinere Bronze-Statuen (etwa 70 Zentimeter hoch) aus dem Wasser, von denen eine den Satyr Marsyas - also einen wollüstigen Waldgeist - mit hinter dem Rücken gefesselten Händen zeigt. Diese Kunstwerke sollen nach Angaben des Ministeriums aus dem hellenistischen Griechenland stammen.
Noch rätseln die Forscher über den Hintergrund ihrer Entdeckung: "Warum wurden diese Statuen in den Fluss geworfen?", fragt Michel L'Hour, der Chef der französischen Unterwasserarchäologen. Mit neuen Tauchgängen in diesem Sommer sollen sich seine Mitarbeiter auf die Suche nach weiteren Fundstücken machen. Die römische Geschichte von Arles und seiner Umgebung ließen weitere Entdeckungen erwarten, sagte L'Hour.
chs/AP