Sumo-Ringen: Leichtgewichte gewinnen mit Tricks - DER SPIEGEL
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Sumo-Ringen Leichtgewichte gewinnen mit Tricks

Beim Sumo-Ringen triumphieren nicht nur die Kolosse: Auch weniger schwere Kämpfer haben eine Chance. Das Erfolgsgeheimnis der Leichtgewichte haben Forscher jetzt aufgedeckt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Warum kann ein vergleichsweise leichtgewichtiger Sumo-Ringer auch einen dicken, großen Kämpfer besiegen? Verhaltensforscher von der Universität in Louisville (Kentucky) haben 140 Ring-Runden in der Liga der 40 besten japanischen Sumo-Kämpfer analysiert ­ darunter Hänflinge mit weniger als 120 Kilogramm Körpergewicht und Kolosse von über 180 Kilogramm ­, um hinter das Erfolgsgeheimnis der Leichtgewichte zu kommen.

Ergebnis: Während die Technik der dicken Männer mit durchschnittlich 13,3 angewandten Kniffen eher schlicht ausfiel, hatten die kleineren, schmächtigeren Ringer 21,7 Tricks drauf. Der beschlagenste Spitzentechniker brachte gerade einmal 101 Kilogramm auf die Waage. "Die Kleinen sind schneller", beobachtete die Forscherin Perri Eason. "Sie weichen den Dicken aus, werfen sie oder stellen ihnen ein Bein."

Die schwersten Ringer dagegen tapsten nur herum. Sie seien darauf fixiert, die anderen langsam aus dem Ring zu schieben, wendeten viel zu oft ihre Lieblingstricks an und seien deshalb allzu leicht zu durchschauen. Unberechenbarkeit, so vermutet Eason nun, könnte auch in der Tierwelt die Überlegenheit mancher besonders kleiner Exemplare erklären.