TBT: Hormongift in Kleidung und Teppichen - DER SPIEGEL
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TBT Hormongift in Kleidung und Teppichen

In Kleidung, Teppichen und Holzschutzmitteln ist nach Recherchen des ARD-Wirtschaftsmagazins "Plusminus" erstmals die hoch giftige Chemikalie TBT (Tributylzinn) gefunden worden.
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Köln - Die Schwermetallverbindung wird unter anderem zur Bekämpfung von Algen und Schnecken an Schiffsrümpfen verwendet, weil diese die Gleitfähigkeit der Schiffe beeinträchtigen. Wegen seiner hochgiftigen Wirkung auf die Umwelt soll TBT dort ab 2003 weltweit verboten sein. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte die Bundesregierung im November zu einem sofortigen Verbot im nationalen Alleingang aufgefordert.

Bei zwei Dritteln der nach dem Zufallsprinzip gekauften Warenproben fand das von "Plusminus" beauftragte Labor TBT. Ohne Wissen der Käufer werde die Chemikalie bei Produkten verwendet, die für den menschlichen Gebrauch bestimmt sind. Auf diese Weise könne die Chemikalie auch in den menschlichen Körper gelangen. Wissenschaftler befürchten, dass TBT bei Frauen zur Vermännlichung und bei Männern zu Unfruchtbarkeit führen könnte.

In einer ersten Stellungnahme teilte das Bundesgesundheitsministerium mit, von einer Verwendung des Stoffes in verbrauchernahen Produkten sei bisher nichts bekannt. Gegen eine Verwendung der Chemikalie TBT und verwandter Stoffe habe das Ministerium auf Grund der stark giftigen Wirkung "erhebliche Bedenken".