Theodor Hänsch: Sein Hobby heißt Physik - DER SPIEGEL
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Theodor Hänsch Sein Hobby heißt Physik

Theodor Hänsch ist ein national und international vielfach ausgezeichneter Forscher und bereits der achte Deutsche, der in den vergangenen 20 Jahren mit dem Nobelpreis in Physik geehrt wurde. Er hat sein Leben der Forschung verschrieben.
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Die Reaktionen mancher deutscher Politiker und Wissenschaftsfunktionäre könnten zwar den Eindruck erwecken, der Nobelpreis für Hänsch sei vor allem ein Resultat deutscher Forschungsförderung. Doch die Biografie des am 30. Oktober 1941 in Heidelberg geborenen Physikers ist eine Art Fallbeispiel für die Internationalität moderner Wissenschaft.

Nach Studium und Doktorarbeit an der Universität seiner Heimatstadt ging Hänsch 1972 an die amerikanische Elite-Universität Stanford, wo er bereits ein Jahr später zum "California Scientist of the Year" gewählt wurde. 1975 bis 1986 lehrte er in Stanford als Professor, bis er nach Deutschland zurückkehrte und die Leitung des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching bei München übernahm. An der Münchner Ludwigs-Maximilians-Universität hat er seitdem den Lehrstuhl für Experimentalphysik und Laserspektroskopie inne. Zudem ist er seit 1993 Professor für atomare und Molekularphysik an der Universität von Florenz.

Hänsch hat mehr als 500 Publikationen und Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Zeitungen verfasst. Der Junggeselle sagt über sich selbst, sein Hobby sei die Physik. Kinder hat er nicht. "Er hat die Physik zur Familie", sagte sein Physikerkollege an der Universität München, Eberhard Riedle. Hänsch sei auch nicht an Geld oder Machtpolitik interessiert, sondern nur an seiner Forschung. "Hänsch ist nicht unkommunikativ, aber neben der Physik ist bei ihm wenig Platz für andere Gesprächsthemen", meint Riedle. Ansonsten sei Hänsch ein Ästhet. "Wir gönnen ihm alle von Herzen den Nobelpreis."

Hänsch wurde in seiner Karriere mit Preisen überhäuft: Erst in diesem Jahr bekam er den Otto-Hahn-Preis für Chemie und Physik. Außerdem erhielt er unter anderem den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1988) und die Stern-Gerlach-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (2000). Zudem ist er Träger des Bundesverdienstkreuzes.