Tiere Verwandlung am Meeresgrund
Der Tintenfisch, der bislang noch ohne einen wissenschaftlichen Artnamen auskommen muss, ist in der Lage, eine verblüffende Vielzahl von Mitbewohnern seines Lebensraums täuschend echt zu imitieren.
Über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachteten Taucher Exemplare mit bis zu 60 Zentimeter langen Armen, die sich zum Beispiel als gefährliche Seeschlangen, Stechrochen oder Seezungen tarnten, um ihren Feinden zu entgehen. Mindestens fünf verschiedene Erscheinungsbilder konnten die Wissenschaftler in Fotos und Filmen dokumentieren, vermuten aber eine weit größere Wandlungsfähigkeit des polymorphen Tintenfisches.
Diese dürfte den Forschern zufolge vor allem in tropischen Flussmündungen nützlich sein, da der Krake dort, anders als im Korallenriff, kaum Unterschlupfmöglichkeiten findet und auf seine ausgeprägte Mimikry angewiesen ist. Bisher haben die Entdecker des Verwandlungskünstlers die trüben Gewässer in diesen Küstenbereichen nur selten untersucht. Künftig hoffen sie, dort weitere, möglicherweise noch spektakulärere Metamorphosen beobachten zu können.