Tierversuch: Tee-Extrakt verhindert Alzheimer - DER SPIEGEL
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Tierversuch Tee-Extrakt verhindert Alzheimer

Ein Wirkstoff aus grünem Tee kann Alzheimer vorbeugen - zumindest bei Mäusen. Falls sich dieser Effekt beim Menschen bestätigt, könnte der Tee-Extrakt künftig als Nahrungsergänzungsmittel dienen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Immer mehr Menschen sind von Alzheimer bedroht. Die Zahl der Demenzkranken werde sich in den nächsten 40 Jahren in Deutschland voraussichtlich verdoppeln, sagte Hans-Jürgen Möller von der Forschervereinigung "Hirnliga". Dies sei eine Folge der steigenden Lebenserwartung. Derzeit gebe es rund 700.000 Betroffene. Mit neuen Medikamenten gegen die unheilbare Krankheit rechnet Möller vorerst nicht.

Einen neuen Ansatz, zumindest für die heute jüngere Generation, verspricht ein Wirkstoff aus grünem Tee. Er kann Alzheimer vorbeugen, wie Wissenschaftler jetzt in einer Studie mit Mäusen gezeigt haben, denen sie einen konzentrierten Inhaltsstoff des grünen Tees injizierten.

Die Mäuse waren genetisch darauf programmiert, Alzheimer zu entwickeln, doch die Behandlung verminderte die Produktion und Ablagerung des Eiweißes, das in der Alzheimer-Demenz eine entscheidende Rolle spielt. Dieses sogenannte Beta-Amyloid-Protein lagert sich bei Alzheimer-Patienten im Gehirn an, wo es zu Gedächtnisverlust und Nervenschädigungen führt.

Die Forscher injizierten Mäusen mehrere Monate lang täglich einen Inhaltsstoff aus grünem Tee, das sogenannte Epigallocatechin-Gallat (EGCG). Bei den so behandelten Mäusen beobachteten die Wissenschaftler um Jun Tan von der University of Southern California rund 50 Prozent weniger Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn.

Die tägliche Tasse mit grünem Tee verspricht jedoch keine vorbeugende Wirkung gegen Alzheimer, obwohl das Getränk hohe Konzentrationen von EGCG aufweist. Denn ein Gemisch von weiteren, ebenfalls im grünen Tee enthaltenen Substanzen wirke dem positiven Effekt von EGCG in Bezug auf Alzheimer entgegen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Journal of Neuroscience" (Bd. 25, Nr. 38). Sie schlagen deshalb vor, den Stoff EGCG zu konzentrieren und dann als Nahrungsergänzungsmittel zu verabreichen, um die vorbeugende Wirkung gegen Alzheimer zu nutzen.

Sie weisen jedoch darauf hin, dass dieser positive Effekt von EGCG gegen Alzheimer bisher nur an Mäusen und Zellkulturen gezeigt wurde. Nur wenn die Mechanismen der Alzheimer-Erkrankung beim Menschen genauso funktionieren wie bei der Maus, könnten die vielversprechenden Ergebnisse dieser Studie auf den Menschen übertragen werden.

Grünem Tee werden viele positive Eigenschaften zugeschrieben, was er vor allem seinem hohen Anteil an Antioxidantien zu verdanken hat. Diese Stoffe sind in der Lage, Radikale einzufangen, die andernfalls im Körper großen Schaden anrichten können.

Die Antioxidantien des grünen Tees haben besonders in der Krebsforschung Beachtung gefunden, weil sie eine vorbeugende Wirkung zeigen und in manchen Fällen das Tumorwachstum hemmen können. Nun haben Wissenschaftler erstmals einen solchen Radikalfänger, das EGCG, mit der Prävention von Alzheimer in Verbindung gebracht.

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