Tödliches Virus Marburg-Fieber wütet in Angola
Niemals zuvor hat die unheilbare Krankheit so viele Menschenleben gekostet. Seit dem Ausbruch des Marburg-Fiebers im Oktober des vergangenen Jahres wurden in Angola 132 Fälle registriert. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestern in Genf mit. Die seltene Viruskrankheit löst wie Ebola oder das Dengue-Fieber eine stark erhöhte Körpertemperatur sowie innere Blutungen und Erbrechen aus.
Weitere Krankheitsfälle soll es in der Provinz Uige der südwestafrikanischen Republik geben. Mobile Teams der WHO sollen dort die Lage beobachten und Laboruntersuchungen vornehmen.
Gegen das Marburg-Virus existiert keine Impfung oder Behandlung. Die Krankheit verläuft häufig tödlich, oft innerhalb von drei bis sieben Tagen nach dem Auftreten erster Symptome. Durch engen Kontakt mit Infizierten, besonders mit Körperflüssigkeiten, steigt das Infektionsrisiko. Die Krankheit habe deshalb "epidemisches Potenzial", so die WHO.
Die Inkubationszeit beträgt drei bis neun Tage. In den frühen Stadien können die Symptome leicht mit denen von Malaria, Gelbfieber oder Typhus verwechselt werden, die in der Region häufiger auftreten.
Der erste Ausbruch, der dem Virus seinen Namen gab, ereignete sich 1967 unter Laborangestellten in Marburg, Frankfurt und Belgrad. 31 Menschen erkrankten damals, sieben starben. Das Virus war offenbar durch den Kontakt mit infizierten Affen übertragen worden, die aus Uganda stammten.
Zwischen 1998 und 2000 wurde in der Demokratischen Republik Kongo der letzte größere Ausbruch des Marburg-Fiebers registriert. 149 Menschen steckten sich damals an, 123 starben.