Überraschungsfund: Römische Schusswaffe entdeckt - DER SPIEGEL
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Überraschungsfund Römische Schusswaffe entdeckt

Reste eines römischen Kriegsgeräts haben Archäologen am Niederrhein entdeckt. Was zunächst aussah wie ein wertloser Metallklumpen, stellte sich als Teil einer antiken Schusswaffe heraus.
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Römische Legionäre schlugen nicht nur mit dem Kurzschwert auf ihre Kontrahenten ein, sie benutzten auch Schusswaffen. Die äußerst seltenen Reste einer solchen Waffe haben Archäologen jetzt in einer Kiesgrube bei Xanten gefunden. Ein unscheinbarer Metallklumpen entpuppte sich nach genauer Untersuchung als "kleine archäologische Sensation", sagte ein Sprecher des Archäologischen Parks in der Stadt am Niederrhein.

Das mit einer Größe von 28 mal 21 Zentimetern relativ kleine Metallobjekt war vor rund 2000 Jahren der Spannrahmen einer gefürchteten Schusswaffe, die ähnlich einer Armbrust funktionierte. In dem Metallrahmen waren mit senkrecht eingespannten Seilbündeln die beiden Arme des Geschützbogens befestigt.

Vergleichbar gut erhaltene Reste dieser technisch ausgeklügelten Waffe seien bislang nur im Irak und in Spanien gefunden worden, erklärte der Experte. Während dort jedoch von den Holzteilen nichts mehr erhalten geblieben sei, habe die Korrosion im Grundwasser in diesem Fall dafür gesorgt, dass sich die Holzbauweise im Inneren des Rahmens und sogar Abdrücke der Seilbündel sowie einige Fasern erhalten hätten. Man habe darüber hinaus noch bestimmen können, dass es sich um Eschenholz handele.

Ein Nachbau habe bei ersten vorsichtigen Schussversuchen die "eindrucksvolle Durchschlagskraft" des Geschützes gezeigt, das mit einer Winde gespannt werden konnte und im Kampf eine mörderische Wirkung gehabt haben müsse, erklärte der Sprecher. Der ungewöhnliche Fund wird ab 12. März in der Archäologischen Landesausstellung "Von Anfang an" im Römisch-Germanischen Museum Köln erstmals gezeigt.