Umwelt Neues Treibhausgas identifiziert
Mainz/Washington - Das fluor- und schwefelhaltige Gas mit der chemischen Formel SF5CF3 (Trifluormethyl-Schwefelpentafluorid) gibt es nach Messungen des Max-Planck-Instituts erst seit 40 Jahren in der Atmosphäre. Dieser Zeitpunkt stellte sich bei der Untersuchung von Luft aus Schneeschichten der Antarktis heraus. Das Gas komme jedoch nur in sehr geringen Konzentrationen vor, sagte Carl Brenninkmeijer vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. In der Atmosphäre könne es wahrscheinlich bis zu tausend Jahre überdauern. Das Forscherteam, an dem auch Andreas Engel von der Universität Frankfurt am Main beteiligt war, präsentiert seine Studie in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Science" vom Freitag.
Geheimnisse aus dem ewigen Eis
Auf Grund seiner Lebensdauer und hohen Aufnahmefähigkeit für Infrarotstrahlen wirke das Gas schätzungsweise 18.000-mal so stark wie die gleiche Menge Kohlendioxid, sagte Brenninkmeijer. Er betonte jedoch, dass die Konzentration von SF5CF3 in der Atmosphäre wesentlich geringer sei.
Seine Konzentration steige jährlich um sechs Prozent. Das Gas sei wahrscheinlich ein Umwandlungsprodukt des Schwefelhexafluorids (SF6), das in Hochspannungstechniken verwendet werde und dessen Konzentration ebenso rasch ansteige. Die Produktion von Schwefelhexafluorid soll nach dem Protokoll von Kyoto eingeschränkt werden. Es gibt laut Brenninkmeijer jedoch auch Hinweise, dass das Militär SF5CF3 in HochenergieRadaranlagen benutzt. Zudem könne es ein Nebenprodukt bei elektrolytischen Verfahren zur Herstellung von Beschichtungen sein.