Uno Figueres wird neue Klimaschutz-Chefin
Christiana Figueres (im März 2010): "International anerkannte Führungspersönlichkeit"
Foto: Un Handout/ dpaNew York - Sie ist bereits seit 1995 an den Verhandlungen über internationale Klimaschutzabkommen beteiligt - im Sommer wird Christiana Figueres aus Costa Rica neue Chefin des Klimasekretariats der Vereinten Nationen. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon ernannte die Umweltpolitikerin am Montag zur Nachfolgerin des scheidenden Klimachefs Yvo de Boer. Der Niederländer hatte im Februar seinen Rücktritt zum 1. Juli angekündigt.
Figueres ist die Tochter des dreimaligen costaricanischen Präsidenten José Figueres Ferrer. Auch ihr Bruder José María Figueres Olson diente eine Amtszeit lang als Präsident Costa Ricas. "Frau Figueres ist eine international anerkannte Führungspersönlichkeit in der Klimapolitik", teilte ein Uno-Sprecher mit. Sie bringe "Leidenschaft und tiefe Kenntnisse" mit ins Amt.
"Es gibt kein wichtigeres oder dringenderes Thema, als das Klima auf unserem Planeten für unsere Kinder und Enkel zu schützen", heißt es in einer Erklärung der neuen Chefin des Uno-Klimasekretariats.
Die Verhandlungen über ein neues Klimaabkommen sind in den vergangenen Monaten ins Stocken geraten. Im Dezember war die letzte Klimakonferenz in Kopenhagen ohne verbindliches Ergebnis zu Ende gegangen. Eine kleine Gruppe von Staaten verständigte sich zwar auf die sogenannte Kopenhagener Vereinbarung. Sie legt das Ziel fest, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad gegenüber vorindustriellem Niveau zu begrenzen. Doch der Gipfel nahm die Erklärung nach langem Gezerre im Plenum lediglich zur Kenntnis. Damit ist das Dokument nicht verpflichtend.
Bei ihrer Bewerbung um das Amt im März hatte Figueres vor Journalisten in New York gesagt, es fehle bei den Klimaverhandlungen an Vertrauen zwischen den Wissenschaftlern, dem Weltklimarat, den Regierungen sowie zwischen den Ländern des Nordens und des Südens. "Wir müssen Vertrauen schaffen, auch wenn das nicht über Nacht geschieht", so Figueres.
Von Umweltschützern bekommt die neue Uno-Klimachefin zumindest einige Vorschusslorbeeren: "Christina Figueres war Chefverhandlerin für ein Land, das bis zum Jahr 2021 CO2-neutral werden möchte. Das ist die Einstellung, die wir auf der globalen Bühne brauchen", sagte Wendel Trio von Greenpeace International. Nun hoffe man, dass es der Klimadiplomatin gelinge, die Gespräche für ein globales Klimaabkommen schnell in Bewegung zu bringen.
Die nächsten Verhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen finden vom 31. Mai bis 11. Juni in Bonn statt. Die nächste große Klimakonferenz gibt es dann vom 29. November bis 10. Dezember in Mexiko.