Ureinwohner Nordamerikanischer "Ötzi" gefunden
Die Werkzeuge und die Kleidung des "Eismenschen" deuten darauf hin, dass er ein Ureinwohner war, der in der so genannten Vor-Kontakt-Zeit gelebt hat, das heißt, bevor die ersten Europäer um 1700 in diese Gegend kamen. Experten sagen, der Körper könne aber auch sehr viel älter sein, da einige der Werkzeuge heute unbekannte Funktionen haben. Vielleicht stammen sie sogar aus der Zeit vor 12.000 Jahren, als frühe Stämme auf ihrer Wanderung von Asien nach Nordamerika über eine Landbrücke die Bering-Straße überquerten.
Laut einem Bericht der "Los Angeles Times" wurde die Entdeckung am Dienstag von der "Champagne and Aishahik First Nations", einer Föderation der Ureinwohner in Südwest-Yukon und Nordwest-British-Columbia, öffentlich gemacht. Es würden allerdings keine Fotos des Uramerikaners herausgegeben, da die Stammesmitglieder ihn eher als Person denn als Objekt archäologischer Forschungen behandeln wollten. Der tiefgefrorene Körper werde zwar sorgfältig untersucht, so die Sprecherin der Organisation, Diane Strand, aber mit Würde und Respekt behandelt.
Vor mehr als einer Woche hatten Jäger, die zu Fuß durch den Tatshenshini-Alsek-Park im äußersten Nordwesten von British Columbia unterwegs waren, den kanadischen "Ötzi" entdeckt. Eine von der Regierung des kanadischen Bundesstaates Yukon beauftragte Expedition barg dessen Überreste sowie Werkzeuge und Waffen und brachte sie am Montag nach Whitehorse.
Noch werden keine genaueren Angaben über die Entdeckung veröffentlicht. In einer Stellungnahme hieß es: "Wir sind im Moment nicht in der Lage, die kulturelle Identität oder das Sterbedatum dieser Person zu bestimmen. Auch die Todesursache ist nicht bekannt, allerdings weisen vorläufige Erkenntnisse darauf hin, dass sie nach einem Sturz in eine Gletscher-Spalte starb". Erst kürzlich wurden "Eismenschen" auch in den Bergen von Südamerika gefunden. 1991 war im italienischen Südtirol der Steinzeitmensch "Ötzi", der vor circa 5000 Jahren gelebt hat, geborgen worden.