US-Studie Aspirin senkt Lungenkrebs-Risiko
Dass Aspirin nicht nur Schmerzen lindert, sondern auch bei Arthritis und zur Vorbeugung von Herzinfarkten hilft, weiß man schon länger. Nun könnte sich der bekannte Wirkungsbereich des Medikaments noch weiter ausdehnen: Es kann bei Frauen womöglich das Lungenkrebs-Risiko senken, berichten US-Forscher in der Fachzeitschrift "British Journal of Cancer".
Die Wissenschaftler um Arslan Akhmedkhanov von der New York University School of Medicine hatten in New York 14.000 Frauen nach ihrem Aspirin-Gebrauch befragt. Aus dieser Gruppe verglich das Team 81 Teilnehmerinnen, die an Lungenkrebs erkrankten, mit 808 gesund gebliebenen Frauen. Dabei berücksichtigten die Forscher auch den größten Risikofaktor, das Rauchen.
Das Ergebnis: Bei Frauen, die das Schmerzmittel mindestens ein halbes Jahr lang zwei- oder dreimal in der Woche eingenommen hatten, war das Lungenkrebs-Risiko im Vergleich zu Aspirin-Abstinenten um ein Drittel niedriger. Für die häufigste Form der Krankheit, das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom, war das Risiko sogar um mehr als die Hälfte geringer.
"Nicht zu rauchen ist bei weitem die beste Methode, um Lungenkrebs vorzubeugen", sagt Akhmedkhanov. "Aber unsere Studie deutet darauf hin, dass auch die regelmäßige Einnahme von Aspirin einen gewissen Schutz gegen die Krankheit bietet." Zwar müssten die Resultate noch durch umfangreichere Studien bestätigt werden. Doch sie passen, so der Forscher, gut zu bisherigen Erkenntnissen.
In Großbritannien laufen derzeit zum Beispiel klinische Tests, die klären sollen, ob das Medikament die Gefahr von Darmkrebs bei Risikopersonen mindern kann. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Aspirin auch vorbeugend gegen Speiseröhrenkrebs wirkt.
Bislang können die Wissenschaftler die Schutzwirkung noch nicht genau erklären. Wie man vermutet, ist dafür aber möglicherweise der entzündungshemmende Effekt des Aspirins verantwortlich. Demnach könnten Moleküle, die an der Entzündungsantwort des Körpers beteiligt sind, auch zur Entwicklung von Geschwulsten beitragen.