US-Studie: Mediziner zählen bis zu 140.000 Vioxx-Geschädigte - DER SPIEGEL
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US-Studie Mediziner zählen bis zu 140.000 Vioxx-Geschädigte

Das Schmerzmittel Vioxx hat nach Zahlen der US-Gesundheitsbehörde FDA möglicherweise bei bis zu 140.000 Menschen schwere Herz- und Kreislaufleiden ausgelöst. Viele von ihnen könnten der Hochrechnung zufolge an den Folgen gestorben sein.
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Zwischen 88.000 und 140.000 Menschen, so eine Studie der Food and Drug Administration (FDA) in den USA, könnten durch die Einnahme des Arthritis-Medikaments Vioxx schwere Herz-Kreislauf-Krankheiten davongetragen haben. Wie viele der Betroffenen letztlich an den Folgen gestorben sind, lässt sich nur vermuten. Laut FDA liegt das Verhältnis zwischen der Gesamtzahl der Erkrankungen durch Vioxx und der Zahl der Todesopfer bei 44 Prozent.

Das US-Pharmaunternehmen Merck & Co. hatte Vioxx im September freiwillig vom Markt genommen. In einer Langzeitstudie war zuvor eine Verdoppelung von Herzinfarkten und Schlaganfällen nachgewiesen worden.

Die Studie der Gesundheitsbehörde basiert auf Daten von 1,4 Millionen Kaliforniern, die zwischen 1999 und September 2004 so genannte Cox-2-Hemmer gegen rheumatoide Arthritis und Schmerzen eingenommen hatten. Knapp eine Million waren mit Ibuprofen, 435.000 mit Naproxen, 40.000 mit Celebrex und 27.000 mit Vioxx behandelt worden.

Das Resultat der Untersuchung ist jetzt in der Online-Ausgabe des Fachmagazins "The Lancet" nachzulesen: Vioxx erhöhte demnach die Gefahr eines Herzleidens um 34 Prozent gegenüber den anderen Arzneien. Im Vergleich zu Celebrex, einer häufig verschriebenen Alternative, trugen mit Vioxx behandelte Patienten bei normaler Dosierung das 1,6-fache Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, bei besonders hohen Dosierungen gar das 3,6-fache Risiko.

Aber auch andere, noch weitaus üblichere Wirkstoffe gegen Entzündungsschmerzen wie etwa Naproxen sollten nur mit Vorsicht eingenommen werden, warnen die Autoren der Studie. Naproxen birgt nach ihrer Erkenntnis ein um 14 Prozent erhöhtes Risiko, ein Problem mit Herz und Kreislauf zu bekommen - obwohl das Medikament zuvor als schützend gegen Herzkrankheiten gegolten habe.

Nach Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) soll auch Celebrex nur noch eingeschränkt verschrieben werden. Es sei nicht mehr vertretbar, Patienten mit erhöhtem Risiko für Herzkreislauferkrankungen oder solchen Erkrankungen in der Vorgeschichte mit Celebrex zu behandeln, hatte das Institut im Dezember mit Blick auf eine andere Studie der US-Gesundheitsbehörden berichtet.