USA: Genmanipulierte Babys geboren - DER SPIEGEL
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USA Genmanipulierte Babys geboren

Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit sind die ersten genmanipulierten Menschen geboren worden. Ein Kind ist inzwischen sogar schon knapp vier Jahre alt.
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New York - Forscher hatten unfruchtbaren Paaren mit einer neuen Behandlungsmethode zum gewünschten Nachwuchs verholfen und dabei Babys mit den Genen von drei Menschen in die Welt gesetzt. Die nach Angaben der Forscher gesunden Kinder haben zusätzlich zum Erbgut ihrer beiden Eltern einen Erbanteil von einer fremden Frau.

Diesen Anteil bezifferte das Institut für Reproduktionsmedizin und -wissenschaft der St. Barnabas Klinik in Livingston, New Jersey, allerdings auf lediglich 0,03 Prozent. Damit habe das fremde Erbgut keinen Einfluss auf die Persönlichkeit der Kinder, versicherte der wissenschaftliche Direktor der Einrichtung, Jacques Cohen.

Sein Institut hatte die Methode zuerst angewandt und mit ihrer Hilfe 15 Kindern zum Leben verholfen. Das älteste wird in einem Monat vier Jahre alt. Weitere 15 Babys wurden in anderen, nicht näher genannten Fruchtbarkeitskliniken nach diesem Verfahren erzeugt.

Während Forscher in Europa wie auch den USA Einspruch erhoben und die Arbeit als ethisch bedenklich kritisierten, erklärte Cohen dem amerikanischen Nachrichtensender CNN: "Ich finde daran nichts verkehrt. Wir müssen doch die positive Seite sehen. Die Methode funktioniert. Diese Babys wären sonst nicht geboren worden."

Eingriff dieser Art in Deutschland verboten

Eingriffe in die Keimbahn sind in Deutschland und anderen europäischen Ländern verboten. In den USA bewegt sich das Team um Cohen in der Grauzone. Es finanzierte seine Experimente nur aus privaten Mitteln und verstieß damit eigener Interpretation zufolge nicht gegen staatliche Bestimmungen. Tatsächlich sind in den USA umstrittene Forschungsarbeiten möglich, solange sie keine Gelder aus dem Staatssäckel benutzen. Dazu gehört auch die Gewinnung embryonaler Stammzellen.

Die beiden Medizinethiker Erik Parens vom Hastings Center in Garrison, New York und Eric Juengst von der Case Western Reserve Universität in Cleveland verurteilten Cohens Verfahren, weil mit ihm modifiziertes Erbgut an die nächste Generation weitervererbt wird. Tests an zwei der mit Cohens Hilfe erzeugten Kindern hatten die fremden Gene nachgewiesen.

Das Verfahren hilft nur einer kleinen Gruppe unfruchtbarer Paare. Frauen mit dieser Störung haben Eizellen, die normal befruchtet werden können. Aber die aus ihnen entstehenden Embryos sind nicht entwicklungsfähig. Sie fallen auseinander, bevor sie sich in der Gebärmutter festsetzen können.

Von 30 Frauen, an denen das Team um Cohen das Verfahren erprobte, wurden laut CNN zwölf schwanger. Drei Frauen brachten Zwillinge zur Welt. 13 der 15 seit 1997 geborenen Kinder leben in den USA und jeweils eins in Frankreich und Großbritannien. "So weit wir wissen, sind alle bisher gesund", sagte der US-Forscher.