Vorgeschichte Steinbohrer half gegen Zahnfäule
Die prähistorischen Zähne aus Mehrgarh in Pakistan wiesen Löcher auf, die sich vermutlich nur durch eine zahnärztliche Behandlung erklären lassen. Ein US-amerikanisches Team um den Anthropologen Andrea Cucina von der University of Missouri-Columbia hatte die Löcher unter dem Elektronenmikroskop untersucht und dabei festgestellt, dass sie im Gegensatz zu Karieslöchern perfekt gerundet sind. Über die Entdeckung berichtet das britische Fachmagazin "New Scientist" in seiner aktuellen Ausgabe.
Cucina und seine Kollegen gehen davon aus, dass die Löcher mit einem kleinen Steinbohrer gebohrt und danach mit pflanzlichen oder anderen Substanzen gefüllt wurden, um ein Fortschreiten der Zahnfäule zu verhindern. Ähnlich kleine Bohrungen in Perlen aus derselben Zeit lassen darauf schließen, dass die Bewohner von Mehrgarh durchaus die handwerklichen Möglichkeiten für eine solche Zahnbehandlung hatten. "Im Augenblick können wir noch nicht völlig sicher sein", erklärte Cucina. "Aber es ist sehr verlockend anzunehmen, dass die Menschen der damaligen Zeit schon das Wissen und die technischen Fertigkeiten für diese Arbeit hatten."