Wissenschaftler: Mit Soja gegen Brustkrebs - DER SPIEGEL
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Wissenschaftler Mit Soja gegen Brustkrebs

Sojaprodukte vermindern nach neuen Erkenntnissen der Wissenschaftler das Brust- und Prostatakrebsrisiko. Die Gefahr einer Krebserkrankung könne durch eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse um bis zu 30 Prozent gesenkt werden.
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Nürnberg/Fürth - Für die besondere Wirkung der Soja-Bohnen sind nach seinen Worten die so genannten Phyto-Östrogene verantwortlich. Diese pflanzlichen Stoffe mit hormonähnlicher Wirkung hemmten die Wirkung der Östrogene, die bei einigen Krebsarten das Risiko steigerten, sagte der der Leiter der Gynäkologie an der EuroMedClinic in Fürth, Bernd Kleine-Gunk, in einem dpa-Gespräch. Kleine-Gunk ist Mitglied der Deutschen Krebsgesellschaft.

Auf die Spur kamen die Wissenschaftler diesem Mechanismus durch Studien an Japanerinnen. "Frauen in Japan hatten danach erstaunlicherweise ein fünf Mal niedrigeres Brustkrebsrisiko als Europäerinnen und Amerikanerinnen", berichtete Kleine-Gunk. Bei Japanerinnen, die seit mehreren Jahren in den USA lebten, stieg dagegen das Risiko deutlich an. "Es musste also etwas mit der Umwelt oder der Ernährung zu tun haben." Ähnliche Ergebnisse gab es bei Prostatakrebs: Japaner erkranken seltener als westliche Männer.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Phytho-Östrogene in den Zellen die Stellen besetzen, an denen sonst die Östrogene "andocken". Die pflanzlichen Östrogene vermindern damit das Risiko bei all den Krebsarten, die durch Hormone mit ausgelöst werden. Dazu gehört auch Gebärmutterkörperkrebs.

"Es ist natürlich schwierig für einen Europäer, sich mit so viel Soja zu ernähren wie ein Japaner", räumte Kleine-Gunk ein. Um eine entsprechende Schutzwirkung zu erzielen, müsse man mindestens ein Pfund Tofu am Tag essen. Mittlerweile gebe es aber Produkte mit Extrakten von Phyto-Östrogenen, die der Nahrung beigegeben werden könnten. Positive Nebeneffekte könne das auch bei Frauen in den Wechseljahren haben. "Die Japanerinnen haben auch damit weniger Probleme, sie leiden auch seltener an Osteoporeose."