Zoologie Insekten-Sommer möglich
Hamburg - "Ein guter Start für die Insekten in diesem Jahr" resümiert Mark Frenzel vom Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle. Und auch der Insekten-Experte Gerhard Laukötter von der Landesanstalt für Ökologie in Recklinghausen prognostiziert einen "Sommer der Insekten", falls das Wetter in den nächsten Wochen so bleibt und Hitze und Gewitter sich abwechseln. Gärtner berichten bereits jetzt über einen starken Befall ihrer Pflanzen durch Läuse und Raupen.
Klagen über Stechmücken kommen bereits aus der Vorderpfalz und aus Brandenburg. Die Brutstätten der Tiere liegen dabei meist in kleinen Tümpeln und Pfützen sowie in Flussauen, so Frenzel. In Städten böten Kanalisationssysteme genügend Lebensraum.
Als wirksamstes Mittel gegen Angriffe von Stechmücken empfiehlt die Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in Waldsee bei Ludwigshafen, die Brut der Tiere biologisch zu beseitigen. So sollten beispielsweise Regentonnen, in denen Hausschnaken brüteten, trockengelegt werden.
Auch die im Handel erhältlichen Einreibemittel schützten vor den Schnakenangriffen. Lampen, die mit blauem Licht Insekten anziehen und diese dann verbrennen, sowie Summer, die durch Aussendung eines Piepstones Schnaken abwehren sollen, seien hingegen nutzlos.
In der KABS haben sich knapp 100 am Rhein gelegene Städte, Kreise und Gemeinden in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg zusammengeschlossen, um gegen Mückenplagen vorzugehen. Vor allem die Tourismusindustrie und die Landwirtschaft mit ihren Tierbeständen, die in den Rheinauen gehalten werden, hatten in der Vergangenheit unter den Angriffen der Mücken zu leiden. Die Behörden waren mit dem biologischen Insektizid BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) gegen die Insekten vorgegangen.