Zoologie: Unbekanntes Säugetier entdeckt - DER SPIEGEL
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Zoologie Unbekanntes Säugetier entdeckt

Eine amerikanische Forschungsexpedition ist in den peruanischen Anden auf ein unbekanntes Nagetier gestoßen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Macchu Picchu - Louise Emmons, Forscherin des Smithsonian Institute in Washington DC, fand das Tier in den Vilcabamba-Bergen nahe den Ruinen der alten Inkastadt Macchu Picchu. Durch ihr Auftauchen verscheuchte sie ein Wiesel, das das Nagetier offensichtlich vor kurzem getötet hatte.

Bei dem Säugetier handelt es sich um eine Baumratte. Es ist kräftig gebaut, von der Größe einer Hauskatze und hat große Klauen. Auf seinem hellgrauen Fell läuft ein weißer Streifen von seinem Kopf bis zur Schnauze. Die Wissenschaftlerin gab der Ratte den Namen Cuscomys ashaninka mit Bezug auf die in der Nähe gelegene Stadt Cusco und die einheimischen Bewohner der Gegend, die Ashaninka.

Louise Emmons bezeichnet ihren Fund als großes Glück. "Wäre das Nagetier nicht von dem Wiesel erlegt worden, hätten wir es wohl nicht so schnell zu Gesicht bekommen. Unsere ausgelegten Fallen reichen nicht aus, um ein so großes Tier zu fangen. Und hätte das Wiesel seine Beute auch nur einen Meter weiter weg fallen gelassen, wäre mir die Ratte in der dichten Vegetation wahrscheinlich überhaupt erst nicht aufgefallen."

Sie glaubt, dass Cuscomys ashaninka ein Verwandter einer anderen Baumrattenart ist, die die Inkas vermutlich als Haustiere gehalten haben. Überreste dieser Tiere wurden in Inka-Gräbern gefunden. Bis jetzt hat man vermutet, dass diese Tiere ausgestorben seien, aber nach ihrer Entdeckung glaubt Emmons, dass einige Exemplare überlebt haben könnten.

Die vom Conservation International (CI) in Washington DC organisierte Expedition hat neben dem jetzt gefundenen Säugetier über zwölf bisher unbekannte Frosch- und Echsenarten, zwei Orchideen- und elf Schmetterlingsarten registriert.

LeeAnne Alonso vom Conservation International bezeichnete Cuscomys ashaninka als wichtigen Fund. "Die Tatsache, dass ein so großes Tier so lange unentdeckt bleiben konnte, macht neugierig auf weitere Entdeckungen", meint sie.