UMWELT Mikrobenflut bei Ebbe
Strandgewässer sind bei Vollmond und Neumond stärker als sonst mit Enterokokken überschwemmt. Zu diesem Ergebnis kommt die Umweltexpertin Alexandria Boehm von der Stanford University nach der Auswertung von Daten für 60 südkalifornische Strände. Von diesen beiden Phasen des Mondzyklus werden Springfluten ausgelöst, bei denen der Unterschied zwischen Ebbe und Flut am größten ist. Dabei haben es die Durchfall verursachenden Mikroben offenbar leicht, massenhaft ins Meer zu gelangen und die Wasserqualität zu mindern: »Badegäste können an den Mondphasen und Gezeitenzyklen direkt ablesen, wie groß das Gesundheitsrisiko ist«, erklärt die Forscherin. Am bedenklichsten sei der Aufenthalt im Wasser bei ablaufender Springflut, wenn sich das Meer besonders weit zurückziehe. Im Wasser würden sich dann doppelt so oft Enterokokken tummeln wie sonst. Als Quellen für die Bakterienflut verdächtigt die Forscherin das Sandbett des Meeres, verfaulende Pflanzenreste und mikrobenbelastetes Grundwasser.