Molekularer Schlangenbiss - DER SPIEGEL
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NANOTECHNIK Molekularer Schlangenbiss

• aus DER SPIEGEL 3/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Um Oberflächen von Computerchips zu bearbeiten, nutzen Biophysiker der Universität München jetzt ein Enzym aus dem Gift von Klapperschlangen. Auf die Oberfläche des Siliziumchips tragen die Forscher zunächst eine künstliche Phospholipidschicht auf. »Das Schlangengift-Enzym frisst sich normalerweise unkontrolliert durch alle biologischen Membranen«, erläutert Hermann Gaub, Sprecher des Sonderforschungsbereichs »Manipulation von Materie auf Nanometerskala«. Doch auf die eng gepackte künstliche Membran wirkt das Schlangen-Molekül erst, wenn die Spitze eines Rasterkraft-Mikroskops die Lipidschicht an bestimmten Stellen auflockert und dem Enzym einzelne Lipidmoleküle gleichsam in den Rachen schiebt. Die freigelegten Stellen des Halbleiters können dann mit Metall bedampft und die Lipide mit einem Lösungsmittel abgewaschen werden, so dass eine spezifische Oberflächenstruktur entsteht.

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