Nadeln statt Koks - DER SPIEGEL
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MEDIZIN Nadeln statt Koks

• aus DER SPIEGEL 34/2000
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An der Nadel könnte die Zukunft vieler Rauschgiftsüchtiger hängen - an der Akupunkturnadel. Kokainsüchtige könnten die Erfolgschancen einer Entzugstherapie entscheidend steigern, wenn sie sich akupunktieren lassen, so das Ergebnis einer Untersuchung, die in der Zeitschrift »Archives of Internal Medicine« erschienen ist. »Unsere Studie belegt, dass sich alternative Therapieformen gut mit dem Arsenal der westlichen Schulmedizin kombinieren lassen«, sagt Arthur Margolin von der Yale-Universität, der das Forschungsprojekt geleitet hat. Acht Wochen lang unterzogen sich 82 Probanden unter klinischer Aufsicht dem Drogenentzug; sie alle waren heroin- oder kokainabhängig. Gegen die Heroinsucht bekamen sie den Ersatzstoff Methadon. Doch ein vergleichbares Kokain-Substitut gibt es nicht. Also bekam ein Teil der Probanden die Akupunktur verabreicht, der Rest musste ohne das neue Verfahren auskommen. Von den Nadel-Therapierten blieb immerhin mehr als jeder zweite clean, bei der Kontrollgruppe nur jeder vierte bis zehnte. »Die Akupunktur-Therapie hat den Zusatznutzen, dass sie preiswert ist«, sagt Margolin, »und dass sie wenige Nebenwirkungen hat - wenn überhaupt welche.«

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