Unbekannte Siedler: Tausende Pinguine
Antarktis Forscher entdecken 6000 Pinguine
Hamburg - Eine derart angenehme Entdeckung ist Wissenschaftlern selten vergönnt: Französische Forscher haben in der Antarktis zwei neue Populationen junger Kaiserpinguine entdeckt. Es handelte sich um etwa 6000 Tiere.
Die Tiere seien rund 250 Kilometer von der Forschungsstation Dumont d'Urville entfernt beobachtet worden, teilte das Polarinstitut Paul Emile Victor am Donnerstag mit. Die Region liegt an der Küste, die Australien zugewandt ist. Dort treffen Pazifik und Indischer Ozean aufeinander.
Die Zahl der Kaiserpinguine, die bislang in der von dem Institut erforschten Region gesichtet wurden, habe sich mit der Entdeckung verdreifacht, berichten die Forscher. Die Gesamtzahl der Pinguine in der Antarktis wird auf etwa 600.000 geschätzt. Eine Studie hatte kürzlich gezeigt, dass es dort doppelt so viele von ihnen gibt als bisher angenommen. Satellitenbilder hatten die Tiere überführt.
Die beiden nun entdeckten neuen Gruppen wurden in der Gegend bereits vermutet, aber nie gesichtet. Pinguine kommen nur zu ihrer Brutzeit im antarktischen Winter zwischen April und Anfang Dezember aus dem Meer. Zu dieser Zeit ist es wegen der Wetterbedingungen für Wissenschaftler aber schwierig, Forschungsreisen zu unternehmen.
Forscher sorgen sich derzeit, weil sich die Pinguine auf einer Antarktis-Insel rar machen. Innerhalb weniger Jahre war der Bestand um fast 40 Prozent zurückgegangen. Kürzlich konnten sie immerhin einen Verdächtigen freisprechen: Der Tourismus scheint nicht für den Pinguin-Schwund verantwortlich zu sein.