Angst vor Virus H5N1: Chinesen töten sechs Millionen Vögel - DER SPIEGEL
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Angst vor Virus H5N1 Chinesen töten sechs Millionen Vögel

Im Nordosten Chinas sind zur Bekämpfung der Vogelgrippe rund sechs Millionen Vögel getötet worden. Dort war das gefährliche Virus H5N1 gefunden worden. Die WHO warnte erneut vor der Möglichkeit einer Pandemie. Uneinigkeit herrscht über die Frage, ob auch Eier infizierter Hühner gefährlich sind.
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Peking - Alles Geflügel im Umkreis von drei Kilometern um einen Infektionsherd in der Provinz Liaoning sei getötet worden, meldete heute die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. In Liaoning war das gefährliche Virus H5N1 gefunden worden.

Bei drei Menschen seien Symptome der Krankheit festgestellt worden, berichtete die Agentur weiter. Ein zwölfjähriges Mädchen sei inzwischen verstorben. Ob sie mit dem H5N1-Virus infiziert waren, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Bei ersten Tests sei das Virus nicht gefunden worden. Alle drei hätten aber in der Nähe des Infektionsherdes gelebt. Es war der vierte Ausbruch der Seuche in einem Monat in China.

Weltbank befürchtet 675 Milliarden Euro Schaden

Die Europäische Union will Asien im Kampf gegen die Vogelgrippe in Asien mit 30 Millionen Euro unterstützen, erklärte EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou am Montag in Vietnam. Er ist auf einer zehntägigen Reise durch Asien, um sich vor Ort über die Seuche und die Gegenmaßnahmen zu informieren. "Die EU hätte schneller reagieren sollen, um Südostasien bei der Bewältigung des Problems zu helfen", sagte Kyprianou in einem Gespräch mit dem vietnamesischen Landwirtschaftsminister Cao Duc Phat in der Hauptstadt Hanoi. Weitere Stationen der Reise des EU-Kommissars sind Thailand, Kambodscha und Indonesien.

In Asien sind seit Ende 2003 über 60 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Mindestens 123 haben sich mit dem Virus angesteckt. Von Mensch zu Mensch kann das Virus derzeit nicht übertragen werden. Sollte es sich aber so verändern, dass dies möglich wird, würde eine globale Pandemie mit möglicherweise Millionen von Todesopfern drohen.

Die Weltbank warnte heute erneut vor der Gefahr gewaltiger wirtschaftlicher Verwerfungen im Fall einer Grippe-Pandemie. Ein Sprecher gab geschätzte Kosten von umgerechnet 675 Milliarden Euro an. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte erneut vor einer Pandemie. WHO-Generaldirektor Jong Wook Lee sagte am Montag zu Beginn einer dreitägigen internationalen Konferenz über die Vogelgrippe in Genf: "Wir wissen nicht, wann es geschehen wird. Wir wissen aber, dass es passieren wird."

Auch in Russland ist ein neuer Fall des Virustyps H5N1 bestätigt worden. Wie ein Sprecher der örtlichen Außenstelle des russischen Katastrophenschutzministeriums am Montag mitteilte, wurde das H5N1-Virus bei einem toten Vogel in einem Dorf in der Region Tscheljabinsk im Ural festgestellt. Es handele sich um einen von insgesamt zwölf verendeten Vögeln, die am vergangenen Donnerstag entdeckt worden seien. In der Region gab es bereits mehrere Ausbrüche von Vogelgrippe.

Bislang ist die gefährliche Vogelgrippe-Variante in acht russischen Provinzen bestätigt worden, Hunderttausende von Vögeln wurden getötet.

Uneinigkeit über Gefahr durch Eier

Uneinigkeit herrscht nach wie vor darüber, ob auch die Eier infizierter Hühner ein Gefahrenpotential bergen. In jedem Fall bestehe das Risiko, dass sich auf der Schale Viren festsetzten, sagte Samson Wong von der University of Hongkong der Agentur Reuters. Bislang standen Eier nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit, weil die Hühner nach ihrer Ansteckung zu schnell starben, um noch viele legen zu können. Nun aber wurden in Indonesien Hühner entdeckt, die das Virus zwar in sich trugen, aber keine Symptome entwickelten.

In einem australischen Notfallplan von 2004 wird davor gewarnt, dass Hühner in der Zeit kurz nach der Infektion noch Eier legen könnten, die dann Vogelgrippe-Viren im Eiweiß und im Dotter enthalten könnten. Andere Forscher widersprechen dieser Aussage und sind überzeugt, dass das Virus nicht in die Eier eindringt, sondern an der Oberfläche bleibt.

Die Vogelgrippe

"Diese Hühner können weiter Eier legen, und es könnte Verunreinigungen der Schale durch die Fäkalien geben", sagt Guan Yi, Virologe an der University of Hongkong. Aufbewahrung an einem kühlen, trockenen Ort für zwei Wochen bis einen Monat würde das Virus allerdings töten, so Guan. "Oder sie waschen das Ei einfach." Gekochte Eier sind demnach, ähnlich wie im Hinblick auf Infektionsgefahr durch Salmonellen, ungefährlich.

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