Antarktis Neuer Eiskoloss macht sich frei
C-18 blieb nicht lange allein: Der rund 75 Kilometer lange Eisberg, über den US-Forscher Anfang des Monats berichteten, hat Gesellschaft von einem größeren Stück bekommen. Wie sein Vorgänger löste sich auch der neue Riese, der die Bezeichnung C-19 erhielt, vom Ross-Schelfeis in der Antarktis.
Der frostige Gigant ist etwa 200 Kilometer lang, berichten Wissenschaftler vom Antarctic Meteorological Research Center an der University of Wisconsin-Madison. Der jüngste, auf Satellitenfotos entdeckte Abbruch sei ein normaler Vorgang und habe nichts mit Klimaveränderungen zu tun, so die Forscher. Das Eis, das nun aufs Meer hinaustreibt, sei bereits seit 30 Jahren in Bewegung. Eine derart große Masse könnte allerdings die Schifffahrt in südlichen Gewässern gefährden.
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Wie die Experten vermuten, hat der Abbruch des kleineren Eisbergs C-18 einen bereits vorhandenen Riss derart vergrößert, dass sich jetzt auch der größere Nachfolger lösen konnte. Nach dem erneuten Kalben hat das Ross-Schelfeis den Wissenschaftlern zufolge nur noch die Größe von 1911, als das Team um den Polarforscher Robert Scott es erstmals vermaß.
Schon im März hatten Ereignisse in der Antarktis für Aufsehen gesorgt: Innerhalb weniger Wochen war das südlich von Amerika gelegene Larsen-B-Schelfeis zerfallen. Den Kollaps der 3250 Quadratkilometer großen schwimmenden Eisfläche hatten Forscher auf eine lokale Klimaveränderung zurückgeführt: In den letzten 50 Jahren ist die Durchschnittstemperatur in der Antarktis um 2,5 Grad Celsius gestiegen.