Artenschutz: Biodiesel gegen Elefanten - DER SPIEGEL
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Artenschutz Biodiesel gegen Elefanten

Hohe Treibstoffpreise und staatliche Subventionen fördern weltweit den Anbau von umstrittenen Sprit-Pflanzen. Statt leerer Mägen werden die Tanks von Autos gefüllt. Jetzt geht es den letzten afrikanischen Elefanten in Äthiopien an den Kragen.
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Die Münchener Firma Flora Ecopower AG kommt wegen des Anbaus von Spritpflanzen in äthiopischen Elefantenschutzgebieten unter Druck. Nach Angaben der Tierschutzorganistation Pro Wildlife werden im offiziellen Schutzgebiet Babile Elephant Sanctury, 550 Kilometer östlich von der Hauptstadt Addis Abeba die Populationen massiv beeinträchtigt. Um Biodiesel für Kraftfahrzeuge zu gewinnen, pflanzt die Firma ölhaltige Pflanzen.

Die Genehmigung für die Plantagen im Schutzgebiet mit noch rund 260 Elefanten erteilten die lokalen Behörden ohne Umweltverträglichkeitsprüfungen für 45 Jahre. Ein Flora Ecopower-Vorstand verteidigt das Biosprit-Projekt als "neues Konzept der Entwicklungshilfe". Die Elefanten-Herden seien "miles away" von den Industrie-Plantagen. Und man habe erst später von dem Schutzgebiet erfahren, das seit 1971 in Äthiopien ausgewiesen ist.

Die EU fördert durch hohe Subventionen für die Agrar-Treibstoffe zunehmend umweltpolitisch umstrittene Importe von Kraftstoffen aus äthiopischem Rhizinusöl, indonesischem Palmöl oder südamerikanischem Zuckerrohr. Für Pro-Wildlife-Aktivistin Daniela Freyer zerstört die Ausweitung der Treibstoffproduktion in den Entwicklungsländern nicht nur "traditionelle Bauernkulturen", sondern auch den "Lebensraum bedrohter Arten".