Eisberge im Südozean: Weiße Riesen
Australien Behörden warnen Schiffe vor riesigem Eisberg
Sydney - Die Nachricht kam genau zum passenden Zeitpunkt, so scheint es. Während die Staaten der Welt beim Klimagipfel unter anderem über das Schicksal der polaren Eiskappen verhandeln, berichteten australische Behörden in dieser Woche über einen riesigen Eisberg, der von der Antarktis ungewöhnlich weit in warme Gewässer vorgestoßen ist.
Rund 19 mal 8 Kilometer ist der Eisberg B17B groß, den der Glaziologe Neal Young des Australian Antarctic Division auf Satellitenbildern ausgemacht hatte. Die Existenz des weißen Riesen hat mit dem Klimawandel bestenfalls mittelbar zu tun. Doch trotz allem verdient er Aufmerksamkeit. Die australischen Behörden befürchten nun, dass er früher oder später zum Problem für die Schifffahrt werden könnte.
Die Wetterbehörde Bureau of Meteorology warnt vor möglichen Gefahren durch den riesigen Eisberg - und bittet Schiffskapitäne, Sichtungen zu melden . In den Weiten des Südozeans sind allerdings vergleichsweise wenig Schiffe unterwegs.
Der Eisberg bewegt sich derzeit auf die australische Küste zu - in Richtung Nordosten auf den Staat Western Australia. Noch ist er rund 1700 Kilometer vom Festland entfernt. Doch Experten erwarten, dass B17B sich aufspalten wird, sobald er in wärmere Gewässer gelangt. Dabei könnten kleinere Eisberge entstehen, die mit den Schiffen in der Region zusammenprallen könnten.
Young zufolge ist der Eisberg Teil einer 400 Quadratkilometer großen Platte, die sich vor rund zehn Jahren vom Schelfeis der Antarktis abgespalten und dann die ungewöhnliche Route Richtung Norden eingeschlagen habe. Seine Fläche ist etwa doppelt so groß wie die der Stadt Hongkong. Schon seit einem Jahr treibt B17B nach Angaben von Young auf offenem Meer.