Botanik: Zuwachs im Pflanzenreich - DER SPIEGEL
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Botanik Zuwachs im Pflanzenreich

Weltweit gibt es einer neuen Hochrechnung zufolge viel mehr Arten von Blütenpflanzen als bisher angenommen. Auch die Zahl der bedrohten Gewächse ist womöglich unterschätzt worden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Auf der Erde gibt es rund 422.000 Arten von Blütenpflanzen und damit mindestens ein Drittel mehr, als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt der Botaniker David Bramwell im Fachmagazin "Plant Talk".

Bramwell zählte zunächst all jene Pflanzenarten zusammen, die in den verschiedenen Regionen der Erde flächendeckend verbreitet sind. Dazu addierte er die so genannten endemischen Arten ­ Pflanzen, die nur in eng umgrenzten geografischen Räumen, etwa in Gebirgstälern oder auf Inseln, vorkommen.

"Bislang wurde die Zahl der Pflanzen meist mit unzuverlässigen Methoden bestimmt", kritisiert Bramwell ältere Schätzungen, die von 270.000 bis 320.000 Pflanzenarten weltweit ausgegangen waren. "Das Reich der Pflanzen ist größer, als wir dachten", sagt Bramwell: "Nun ist es noch dringlicher, alle diese Pflanzen zu identifizieren und zu klassifizieren, bevor es zu spät ist."

Denn auch die Zahl der bedrohten Arten sei bislang unterschätzt worden, glaubt der Wissenschaftler. 31.000 Arten stehen derzeit auf der Roten Liste der World Conservation Union. Bramwell zufolge könnten tatsächlich jedoch fast 100.000 Pflanzen gefährdet sein.