David Attenborough: Legendärer Tierfilmer wird 90 - DER SPIEGEL
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Dokumentationen wie Thriller Tierfilmerlegende David Attenborough wird 90

David Attenborough? Kenne ich nicht! Tun Sie wahrscheinlich doch. Der Tierfilmer ist eine lebende Legende und mitverantwortlich für preisgekrönte BBC-Dokumentationen. Nun wird er 90.
David Attenborough
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David Attenborough

Foto: EPA/Andy Rain/DPA
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"Terra Mater - Der Ursprung des Lebens" und "Unser blauer Planet - Die Naturgeschichte der Meere", das sind nur zwei der großen preisgekrönten BBC-Naturreportagen von David Attenborough. Seit fast 70 Jahren arbeitet der Brite beim Fernsehen, mal vor der Kamera, mal dahinter, mal als Manager, mal als Erzähler und Forscher. Am 8. Mai wird er 90 Jahre alt.

Genug Lebenszeit für eine ganze Reihe kurioser Geschichten und ungewöhnlicher Zufallsereignisse. So fand man im Garten des Naturfilmers etwa den Schädel einer ermordeten reichen Witwe, die 1879 von ihrer Hausdame getötet worden war.

Und seit David Attenborough mit seinem Kamerateam einen Vogel der Gattung Leierschwanz im australischen Wald filmte - Leierschwänze sind dafür bekannt, Geräusche nachzuahmen, um Weibchen anzulocken - imitiert dieses Exemplar das Geräusch einer auslösenden Kamera.

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"Wir sind von der Natur abhängig für jeden Bissen Nahrung, den wir zu uns nehmen und für jeden Atemzug", das ist Attenboroughs Lebensmotto, und das versucht er seinen Zuschauern mit jedem Film nahezubringen.

Dafür entwickeln er und die Naturkunde-Redaktion der BBC, mit der er häufig zusammenarbeitet, die neueste Kameratechnik weiter, drehen dreidimensional und mit Drohnen. Seine aktuelle Sendereihe "Planet Earth II", eine Koproduktion zwischen BBC und ZDF, wird ultra-hochauflösend mit sogenannten 4K- und Hochgeschwindigkeitskameras gedreht, wie sie sonst nur für internationale Kinofilme üblich sind.

Held der Inszenierung

David Attenboroughs Filme sind aber auch deswegen so beliebt, weil er Naturfilme wie Thriller aus Hollywood erzählt, mit Einblicken ins Tierverhalten, wie sie noch nie zu sehen waren. Das Inszenieren liegt gewissermaßen in der Familie. David Attenborough ist der jüngere Bruder des inzwischen verstorbenen Regisseurs und Schauspielers Richard Attenborough ("Gandhi", "A Chorus Line").

Allerdings wurde David Attenborough sein Hang zur Inszenierung 2011 zum Nachteil: Die britische Boulevardzeitung "Mirror" deckte auf, dass die bewegende Szene zwischen einer Eisbärin und ihren neugeborenen Jungen in der Serie "Eisige Welten" über die Polarregionen in einem Zoo inszeniert worden war.

Der Filmemacher argumentierte, er habe die Zuschauer darüber im Unklaren gelassen, um ihre Freude und die Atmosphäre nicht zu zerstören. Seiner Popularität hat das nicht geschadet.

Mit 90 voller Energie

Attenboroughs Energie hat auch im hohen Alter nicht nachgelassen. Im Januar antwortete er Twitter-Nutzern auf die Frage, ob er immer noch aufgeregt sei, wenn er Tiere entdecke: "Ja! Wenn ich mich nicht darüber freuen würde, würde ich mich besser mit einer Tasse Kakao in die Ecke verkrümeln!"

Bereits zwei Arten sind nach Attenborough benannt: eine fleischfressende Pflanze und ein indonesischer Käfer, der Trigonopterus attenboroughi.

Selbst Prinz William outet sich als Fan und preist die Dokumentarfilme in einem BBC-Spezialprogramm zu Attenboroughs rundem Geburtstag als "beruhigend" und "Teil der nationalen Psyche". Attenborough sei nationales Kulturgut, so zitiert ihn die britische Zeitung "Express", und es sei sehr passend, dass er seinen 90. Geburtstag nur wenige Wochen nach der Königin feiere.

jme/dpa

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